Titel: Ueber die Zeit, in welcher die Kartoffeln am vorteilhaftesten zur Darstellung des Branntweins angewandt werden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 8 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi05_8

Ueber die Zeit, in welcher die Kartoffeln am vorteilhaftesten zur Darstellung des Branntweins angewandt werden.

Da die Erzeugung des Zuckers von der Menge des Amylons (Stärkmehls) und von der Quantität des Zuckers die größere oder geringere Ausbeute des Branntweins abhängt, so dürften nachstehende Bemerkungen, da nach Decandolle die Quantität der Stärke in den Kartoffeln bis zum Zeitpunkt ihrer Reife eben so zu-, wie sie nach dieser Zeit wieder abnimmt, von nicht geringem Interesse seyn. Bei genauerer Untersuchung gaben nämlich im August 100 Pfd. Kartoffeln 10 Pfd. Stärke, im September 14,5, im October 14,75 Pfd. und im November 17 Pfd. Dieser Gehalt bleibt während des Januars und Februars konstant, nimmt aber ab im März, so daß er im Monat April bereits auf 13,75 Pfd., und endlich im Mai auf 10 Pfd. zurückgekommen ist. Demnach eignen sich die Monate November, December, Januar und Februar am besten für die Fabrication des Branntweins.

Mulder bemerkt im dritten Hefte seiner physiologischen Chemie: „Dasselbe Resultat würden viele Samen, Wurzeln und im allgemeinen die starkmehlhaltigen Pflanzentheile geben, wenn man sie in dieser Beziehung untersuchte. Es beweist, daß sowohl die Erzeugung des Amylons, wie dessen Verschwinden, ein gewöhnlicher chemischer Proceß ist, woran die Pflanze keinen Antheil nimmt; eine Wirkung, welche |400| von Stoffen ausgeht, die mit einander in Berührung sind und unter dem Einfluß steigender und abnehmender Temperatur die Amylonbildung und Vernichtung abwechselnd bedingen.“ (Prof. W. Artus in seinem Jahrbuch für ökonomische Chemie und verwandte Fächer. Jahrgang I, S. 22.)

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