Titel: Bericht aus Nordamerika über die Kartoffelkrankheit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 9 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi05_9

Bericht aus Nordamerika über die Kartoffelkrankheit.

Seit mehreren Jahren hatten meine Kartoffel-Ernten an der Krankheit gelitten. Da ich ein Abhülfmittel gefunden, so beeile ich mich, dasselbe zum Nutzen Ihrer Leser bekannt zu machen.

Die Kartoffelkrankheit zeigt sich in unserer Gegend seit etwa zehn Jahren. Oefter ging ein Drittel der Ernte verloren, überdieß mußten im Frühjahr hunderte von Scheffeln als ganz verdorben weggeworfen werden. – Seit einigen Jahren habe ich zerfallenen Kalk angewendet, welchen ich über die frisch zerschnittenen und mit etwas Wasser angefeuchteten Kartoffel-Setzlinge verbreite und nach gutem Aufschütteln gleich in den Boden bringe. – Seitdem ich dieses Verfahren anwende, habe ich keine Kartoffel mehr verloren, weder auf den Aeckern noch in den Kellern; und meine Nachbarn, die mein Beispiel befolgen, sind damit eben so glücklich. Joseph Walter. (Aus dem Rapport des Commissaires du Patent-Office de l'union Américane pour les années 1845 et 1846.)

Im Thale der Aare dem Jura nach zeigten sich in den zwei verflossenen Jahren auf frisch aufgebrochenen Kalkschuttabhängen, welche gar nicht oder nur schwach mit gewöhnlichem Stalldünger versehen worden, die Kartoffel am reichlichsten und in gesundem Zustande, eben so auf dem ganz schwarzen krümligen Boden eines vor mehreren Jahren tiefer gelegten kleinen Sees, auch an Stellen, auf welchen die Setzlinge mit Asche umgeben worden, sowie auf einem frühern Verkohlungsplatze, welchen ein Schloder auf einer Wiese ganz in der Nähe seines Wohnhauses mit dieser Knollenfrucht bepflanzt hatte. – Aus allem bisher Bekanntgewordenen scheint hervorzugehen, daß hauptsächlich zerfallener gebrannter Kalk, Asche, Kohlenstaub und Kochsalz die Mittel zur Verhütung des Uebels bieten werden.

Solothurn, den 26. Januar 1847.

A. Pflüger, Apotheker.

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