Titel: Ueber die Zellensubstanz der Kartoffeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 11 (S. 467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi06_11

Ueber die Zellensubstanz der Kartoffeln.

John Davy macht auf den Fehler aufmerksam, daß bei der Bereitung der Kartoffelstärke die rückständige Zellenfaser so wenig beachtet und höchstens an junge Schweine verfüttert wird, während es dieser Substanz an Nahrhaftigkeit nicht gebricht, und sie daran die Stärke noch übertrifft, indem sie bei trockener Destillation Ammoniak und beim Einäschern eine verhältnißmäßig große Menge phosphorsaurer Salze gibt. – Er ließ Zwieback daraus backen, welcher sich nicht nur ein Jahr lang in einem Schranke ganz gut erhielt, sondern dann noch 1 1/2 Jahre lang auf einer Seereise und in den tropischen Ländern sich befand und dann kaum eine Spur Schimmel zeigte, während an der Luft getrocknete Schnitze von weißen und gelben Rüben und Aepfeln ganz davon verdorben waren. Dieser Wink verdient Beachtung; nicht nur beim Mißrathen der Kartoffeln, sondern auch in guten Jahren könnte nach Gewinnung des Stärkmehls diese Zellenfaser zu Biscuit, zu Brod, und mit Zucker zu Kuchen verbacken werden und den armen Volksclassen Abwechselung in ihrer Nahrung gewähren. – Ferner macht J. Davy darauf aufmerksam, daß Kartoffeln, mit oder ohne Schale gekocht, an das Wasser Stärke und eine stickstoffhaltige Materie (Albumin) abgeben, wodurch es den Geschmack einer schwachen Fleischbrühe erhält. Auch der Geruch beim Verbrennen der eingedickten Brühe verräth thierische Materie. Sogar die Kartoffelschale, deren Asche, wie die obigen Extracts, Kali und phosphorsauren Kalk enthält, scheint diese in Verbindung mit stickstoffhaltigen Substanzen zu enthalten und somit nährend zu seyn. (Edinburgh new philosoph. Journal, 1847 Nr. 1.)

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