Titel: Ueber das Kalken der Kartoffeln und des Getreides.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 12 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi06_12

Ueber das Kalken der Kartoffeln und des Getreides.

Nach Yvart sind sich Getreide und Kartoffeln hierin gar nicht gleich. Die Kalkmilch, durch welche man Getreide nimmt, greift den innerlich befindlichen Keim nicht an; die Kartoffel hingegen hat äußerlich ein Auge, welches der Kalk, namentlich in starker Proportion, anzugreifen vermag. Nach Brongniart hängt dieß auch von der Entwickelung der Knospe ab; wenn sie schon getrieben haben, liegen die jungen Triebe mehr bloß und können daher durch den sie berührenden Kalk leichter Schaden leiden, als wenn die Augen einigermaßen verborgen bleiben, wodurch sie weniger zugänglich sind und mehr Widerstand leisten. Bei Vilmorin's Versuchen erkrankten gekalkte Kartoffeln gerade so wie andere. Nach Payen verhindert |468| eine schwache Kalkmilch die Kartoffeln nicht am Treiben, während ein Brei von Aetzkalk, in welchem man die Kartoffeln zu lange läßt, ihren Organismus mehr oder weniger tief angreift und die Vegetationskraft der Triebe zerstört. Yvart glaubt, daß das Kalken das Getreide wohl vor der Fäulniß, aber nicht vor dem Brande schütze. Aus Philippar's Versuchen geht hervor, daß wenn man Roggen, Gerste und Hafer mit einem Gemenge von Kalk und Harn kalkt, sie dadurch vor dem Brand geschützt werden; er ist überzeugt, daß das Kalken auf diese Weise zur Unterdrückung des Brandes und des Mutterkorns wirklich beitrage. Andererseits meldet ein geschickter Gärtner, daß Kartoffeln, die er 12 Stunden in Pferdeharn liegenließ und dann mit Ruß bestreute, um sie hierauf sogleich zu legen, niemals von der Krankheit ergriffen wurden. (Moniteur industriel, 1847 Nr. 1104.)

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