Titel: Zersetzung des Wassers durch bloße Hitze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 103/Miszelle 2 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj103/mi103mi06_2

Zersetzung des Wassers durch bloße Hitze.

Die Zersetzung des Wassers durch bloße Hitze hat Prof. Grove durch verschiedene Versuche nachgewiesen; der einfachste ist vielleicht folgender. Man erhitzt vor dem Knallgasgebläse einen starken Platindraht, bis sich an seinem Ende eine Kugel von der Größe einer kleinen Erbse oder eines Pfefferkorns gebildet hat; dann kocht man destillirtes Wasser, welches man im Vacuum erkalten läßt, um es so viel als möglich von der darin aufgelösten Luft zu reinigen. Dieses Wasser erwärmt man auf 93° C. und füllt damit eine am Ende geschlossene Röhre, welche man dann in einer Porzellanschale umkehrt, die mit demselben luftfreien Wasser gefüllt ist. Mittelst einer Weingeistlampe, welche man unter die Schale stellt, unterhält man das Wasser auf der angegebenen Temperatur. Hierauf erhitzt man die kleine Platinkugel mittelst eines Knallgas-Löthrohrs, bis sie dem Schmelzen nahe ist und bringt sie dann schnell unter die Röhre. Es entwickelt sich nun ein permanentes Gas und steigt in der Röhre auf: dieses Gas ist eine Mischung von Sauerstoff und Wasserstoff, |465| mit etwas atmosphärischer Luft oder Stickgas aus dem Wasser. Leitet man durch eine weißglühende enge Platinröhre Wasserdampf, so erhält man durch Zersetzung des Wassers einen Strom Sauerstoff-Wasserstoffgas.

Es ist Prof. Grove mittelst eines neuen aber einfachen Apparats auch gelungen, einen Strom Sauerstoff-Wasserstoffgas durch einen Eisendraht hervorzubringen, welcher durch die Elektricität im Wasserdampf weißglühend gemacht worden ist. (Annales de Chimie et des Physique, Febr. 1847, S. 253.)

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