Titel: Sutter's halbrotirende Pumpe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104, Nr. XXXVII. (S. 167–169)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/ar104037

XXXVII. J. Sutter's patentirte halbrotirende Pumpe.

Aus dem Mechanics' Magazine, 1846, Nr. 1208.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die Erfindung, welche den Gegenstand dieses Patentes bildet, umfaßt nicht nur eine neue Construction der Pumpen, sondern auch ein verbessertes Verfahren dieselben in Betrieb zu setzen.

Fig. 14 stellt eine äußere Ansicht meiner verbesserten Pumpe, Fig. 15 einen Verticaldurchschnitt derselben nach der Linie AB, Fig. 16 einen andern Durchschnitt nach der Linie CD; Fig. 17 einen Grundriß; Fig. 18 einen Horizontaldurchschnitt nach der Linie E, F und Fig. 19 einen Horizontaldurchschnitt nach der Linie GH dar. Der Cylinder a, Fig. 14, 15, 16 und 18 ist mit vier Hervorragungen b, b versehen, mit deren Hülfe er in horizontaler Lage an die vier Säulen c, c, c, c befestigt ist; d, d sind die Deckel der Cylinderenden; e, e zwei mit Hanf oder einem andern geeigneten Material geliederte, in der Mitte dieser Deckel befindliche Stopfbüchsen, in denen zwei Wellen f und g wasserdicht gelagert sind. Das Innere des Cylinders ist durch vier longitudinale Platten h, h, h, h und zwei Querplatten j, j in sechs getrennte Kammern k, l, m, n, o, p getheilt. Von diesen Kammern erstrecken sich k und l über die ganze Länge des Cylinders, m, n, o und p, jedoch nur von den Enden der Cylinderdeckel bis zu den transversalen Scheidewänden j, j in der Mitte des Cylinders. In den vier zuletzt genannten Kammern arbeiten vier Kolben q, r, s, t, von denen die beiden einander gegenüberliegenden q und r mit der Welle f, s und t aber mit der Welle g in einem Stücke gegossen sind. Die mit dem Cylinderdeckel und den Scheidewänden in Berührung kommenden äußeren Ränder jedes Kolbens, und eben so die inneren Ränder der horizontalen Theilungsplatten, da wo sie mit den Kolbenwellen f und g in Berührung kommen, besitzen eine wasserdichte Metallliederung.

An dem inneren Ende der Kolbenwelle f befindet sich eine kreisrunde Hervorragung u, welche in eine entsprechende, an der andern Kolbenwelle g befindliche Vertiefung paßt. Durch diese Anordnung werden die beiden Wellen veranlaßt genau in derselben Centrallinie zu arbeiten, obgleich sie in verschiedenen Richtungen oscilliren. An den äußeren Enden der Wellen f und g sind Kurbelarme v und w befestigt, mit deren Hülfe die Bewegung den Kolben mitgetheilt wird. Jeder der |168| vier Kolben ist mit einem aufwärts sich öffnenden Ventil x versehen. Die beiden oberen horizontalen Theile der Scheidewände sind gleichfalls mit vier Ventilen y, y und eben so die beiden unteren Abtheilungen der Scheidewände mit vier Saugventilen z, z versehen; alle diese Ventile öffnen sich aufwärts. Die unterste Kammer l der Pumpe steht mit der Saugröhre a' und die oberste Kammer k mit der Steigröhre b' in Communication. Kolben und Ventile wirken ganz auf dieselbe Weise wie bei der gewöhnlichen Druckpumpe, indem jeder Kolben die Kammer, worin er arbeitet, beim jedesmaligen Steigen entleert. Da aber die Bewegung den Kurbeln so mitgetheilt wird, daß ein Kolbenpaar sich rasch bewegt, während das andere Paar seinen todten Punkt erreicht hat, so wird stets ein Kolben im Steigen begriffen seyn, und somit ein gleichförmiger und ununterbrochener Wasserstrom erzielt.

Die oberen Ventile y oder die unteren Ventile z können weggelassen werden, indem das gleichzeitige Vorhandenseyn beider nicht wesentlich nothwendig ist. Die Saugröhre a' der Pumpe ist so eingerichtet, daß sie mit irgend einer Anzahl von Röhren, die aus verschiedenen Richtungen, z.B. von verschiedenen Theilen eines Schiffs oder einer Fabrik herkommen, in Verbindung gesetzt werden kann. p' ist eine Vereinigungsschraube; q' ein kurzes Röhrenstück; r ein Sförmiges an den Theil q' gelöthetes Stück, dessen unteres Ende an ein in einer Platte s' befindliches Loch befestigt ist. Die Platte s' dreht sich auf dem oberen Theile einer andern Platte t', worin eine Anzahl Löcher u', u', u', u' ringsherum angeordnet ist. Von der Mitte der Platte t' geht ein Stift V durch die obere Platte s' und ist oben mit einer Mutter w' versehen, welche die beiden Platten zusammenhält. x' ist eine Handhabe, mit deren Hülfe die Mutter gedreht und beide Platten angezogen oder locker gemacht werden können. Der Rand der Platte s' ist mit Zähnen y', y' versehen, in die ein kleines Getriebe z' greift, welches auf einer mit Kurbel b'' versehenen Achse a'' festgekeilt ist. Die untere Platte t' ist fest; durch Umdrehung der Kurbel b'' kann man daher die obere Platte s' in Rotation setzen; diese nimmt die Röhre r' mit, bis letztere über dasjenige Loch in der unteren Platte kommt, welches mit der Quelle oder dem Orte in Verbindung steht, aus dem das Wasser gehoben werden soll.

m, n ist ein auf den vier Säulen c ruhendes Gestell. c', c', Fig. 14, 15 und 17, sind zwei an den Kränzen zweier Schwungräder d', d' befestigte Handhaben oder Kurbelgriffe. Die Schwungräder sind an den Enden einer Welle e' befestigt, welche in Lagern f', f' rotirt und ohne alle Hälse ist, so daß sie sich seitwärts in ihren Lagern verschieben läßt |169| und auf diese Weise gestattet, zwei auf ihr befestigte Getriebe g, g von verschiedenen Durchmessern mit einem oder dem andern der an einer zweiten Welle j' befindlichen Räder h', h' in Eingriff zu bringen. Befindet sich die Welle e' in der geeigneten Lage, so wird einer der beiden Sperrkegel k', k' zwischen das im Eingriff befindliche Getriebe und das Lager f' gebracht, so daß nun die Welle aus dieser Lage nicht weichen kann. Die Welle j' rotirt in Lagern l', l', und an den beiden Enden derselben sind rechtwinkelig gegen einander zwei Kurbeln n', n' befestigt, welche zwei Verbindungsstangen o', o' in Bewegung setzen, deren untere Enden mit den beiden Kurbelarmen v und w der beiden Kolbenwellen f und g verbunden sind. Je nachdem nun das kleinere oder das größere Getriebe sich im Eingriff befindet, arbeitet die Pumpe schnell und mit geringem Drucke, oder langsam und mit starkem Drucke – ein Umstand, welcher diese Pumpe zur Anwendung als Feuerspritze sehr geeignet macht.

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