Titel: Lewellin's Anwendung der Galvanoplastik zum Anfertigen künstlicher Gebisse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 6 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi01_6

Lewellin's Anwendung der Galvanoplastik zum Anfertigen künstlicher Gebisse.

Den Zahnärzten war immer sehr viel daran gelegen, ein vollkommenes Modell des Mundes zu erhalten, was nach dem gewöhnlichen Verfahren unmöglich ist. Letzteres besteht darin, von dem Wachs-Eindruck des Mundes einen Gypsabguß zu machen, der dann als Muster zum Formen in Sand und Thon dient, um einen metallenen Abguß zu erhalten. Dieses Verfahren ist mit vielen Fehlern behaftet; erstens dehnt sich der Gyps beim Festwerden bekanntlich aus; deßhalb muß er auch in alle kleine Höhlungen eingetrieben werden, wenn die Form fest genug ist, aber |77| die Weichheit des Wachses (welches noch weicher wird, indem sich beim Erhärten des Gypses etwas Wärme entbindet) gestattet ihm der Ausdehnung des Gypses theilweise nachzugeben, so daß der erhaltene Abguß größer ausfällt als der abzubildende Mund. Die Zahnärzte pflegen diesem Uebelstand dadurch abzuhelfen, daß sie den Abguß durch Abschaben auf die entsprechende Größe zurückführen, ein Verfahren, welches zu Mangeln Veranlassung geben muß, wenn es auch mit der größten Genauigkeit ausgeführt wird; auch erfordert der metallene Abguß nachher immer ein Nachhelfen, eine Ausbesserung, was eine andere Fehlerquelle ist. Hr. Lewellin in London schlägt auf galvanischem Wege Kupfer auf den Wachseindruck nieder und erhält dadurch unmittelbar einen vollkommenen metallenen Abguß, von welchem eine ganz genaue Copie des Zahnfleisches etc. auf gewöhnliche Weise in Goldblech ausgeschlagen werden kann. (Practical Mechanic and Engineer's Magazine, Febr. 1847, S. 115.)

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