Titel: Pollack's Surrogat zur Brod- und Mehlspeise-Bereitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 10 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi03_10

Pollack's Surrogat zur Brod- und Mehlspeise-Bereitung.

Hr. A. M. Pollack, k. k. priv. Fabrikant in Wien, empfiehlt als solches die Repsöl-Kuchen, d.h. die Abfälle oder Rückstände beim Pressen des Repsöls, wovon der Centner (welcher 40 bis 50 Kr. Conv.-M. kostet) nach seinem Verfahren 200 Pfd. Brod gibt. Diese Repsöl-Kuchen werden entweder (zur Brodbereitung im Großen) auf Mehlmühlen wie gewöhnliches Getreide gemahlen, 10 bis 15 Procent Kleie (die zum Viehfutter sehr gut dient) abgenommen oder im Haus- und kleinern |239| Gebrauch der Küche auf gewöhnlichem Reibeisen gerieben und gesiebt. Um die Bitterkeit aus dem so erhaltenen Mehle zu entfernen, wird auf folgende Art verfahren: Das Mehl wird in ein reines Faß oder in einen Bottich gegeben, dann warmes Wasser darauf gegossen; hierauf wird es umgerührt und sodann der Ruhe überlassen, bis sich das Mehl absetzt und auf demselben eine lautere Flüssigkeit (welche das Bitter aufgelöst enthält) erscheint; diese bittere Flüssigkeit wird abgegossen, das Mehl zum zweitenmal mit lauem Wasser übergossen und wie das erstemal verfahren; hernach wird das Mehl in Leinwandsäcke mit einer Schaufel gefüllt und durch Auspressen in gewöhnlichen Pressen die Flüssigkeit vollends daraus entfernt; dieses feuchte Mehl wird sodann mit etwas Getreidemehl und aufgegangener Hefe geknetet und wie gewöhnlicher Teig behandelt.

Zur Bereitung im Kleinen wird ein gewöhnlicher Topf zur Hälfte mit dem Mehle angefüllt, laues Wasser darüber gegossen, das Ganze umgerührt und nach einhalb- bis einstündigem Weichen die bittere Flüssigkeit abgegossen, der Satz durch Leinwand geseihet, das feuchte Mehl mit etwas gewöhnlichem Mehle geknetet und Mehlspeise (mit etwas Fett und Salz) oder Brod daraus bereitet.

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