Titel: Ueber das Brennen des ächten Porzellans mit Steinkohlen; von Vital-Roux.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 3 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi03_3

Ueber das Brennen des ächten Porzellans mit Steinkohlen; von Vital-Roux.

Der Verf. setzt in einer der franz. Akademie der Wissenschaften übergebenen Abhandlung zuerst die Schwierigkeiten auseinander, welche sich bisher der Anwendung der Steinkohle zum Brennen des ächten Porzellans entgegenstellten, und beschreibt dann die Versuche welche er gemeinschaftlich mit Hrn. Mertens anstellte, um dieselben zu beseitigen. Es gelang ihnen endlich mittelst Oefen von eigenthümlicher Form, welche sie „Oefen mit doppeltem Luftzug“ nennen, das Feuer so zu reguliren, daß in einem ganzen Brand kein einziges gelbes Stück vorkommt. Die Vortheile in Bezug auf Ersparniß, welche die Anwendung der Steinkohle statt Holz bei den Oefen zu Noirlac herausstellte, gibt der Verf. folgendermaßen an:

„Der Ofen von 4,66 Meter verbrauchte durchschnittlich per Brand
96 Sters Eichen- und Buchenholz, wovon der Ster im Bezirk
von St. Amand (Dpt du Cher) auf 7 Fr. zu stehen kommt; dieß
beträgt



672 Fr.
Der Ofen verbraucht jetzt 150 Hektoliter Steinkohlen von Commentry,
wovon der Hektoliter 1 Fr. 80 Cent. kostet

270 „
––––––
Differenz402 Fr.

Zu dieser Ersparniß an Brennmaterial kommen aber noch andere Vortheile:

1) ein vollkommeneres Brennen, indem die Artikel in allen Theilen gleichförmig gebrannt werden, im Centrum wie an den Seiten, oben wie unten;

2) eine viel geringere Abnutzung der Kapseln, sowie der Wände und des Gewölbes der Oefen. Die Holzasche verbindet sich mit der Kieselerde der Kapseln und der Backsteine an den Ofenwänden und bildet eine Verglasung; in Folge hievon zerbrechen die Kapseln beim Erkalten gern. Bei den Steinkohlen findet hingegen keine Verglasung statt: die Ofenwände bleiben wie vor dem Brennen und die Kapseln erleiden durchaus keine nachtheilige Veränderung.“

Bei dieser Gelegenheit bemerkte Hr. Al. Brongniart, daß Hr. Renard zu St. Gond bei Etoges (Dpt. de la Marne) gegenwärtig mit Versuchen über das Brennen des ächten Porzellans mittelst der aus Torf erzeugten Gase beschäftigt |237| ist und daß diese Versuche bisher günstige Resultate geliefert haben. (Comptes rendus, März 1847, Nr. 11.)

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