Titel: Ueber die Eigenschaft der ätzenden Alkalien das Indigblau (auf Zeugen) bei Gegenwart von rothem Blutlaugensalz zu zerstören.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 7 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi03_7

Ueber die Eigenschaft der ätzenden Alkalien das Indigblau (auf Zeugen) bei Gegenwart von rothem Blutlaugensalz zu zerstören.

Dr. Playfair theilte der chemischen Gesellschaft zu London eine Entdeckung mit, welche Hr. Mercer (ein bekannter Colorist zu Oakenshaw in Lancashire) machte, daß nämlich ätzendes Kali, Natron und Ammoniak das Indigblau bei Gegenwart von rothem eisenblausaurem Kali wegzuätzen (zu zerstören) vermögen. Die einfachste Erklärung der Reaction scheint die zu seyn, daß das rothe Blutlaugensalz, Fe²Cy⁶3K |238| eine große Verwandtschaft für ein weiteres Atom Kalium hat, um in Fe²Cy⁶4K, oder gelbes Blutlaugensalz überzugehen, wobei der Sauerstoff im Augenblick seines Freiwerdens den Farbstoff zerstört (durch Oxydation entmischt). Das rothe Blutlaugensalz bildet also mit den ätzenden Alkalien ein kräftiges Oxydationsmittel. (Chemical Gazette, April 1847, Nr. 107.)

Man kann also in der kalten Küpe indigblau gefärbte Baumwollzeuge in zarten Mustern weiß ätzen, indem man sie mit rothem Blutlaugensalz tränkt, dann trocknet und auf der Walzendruckmaschine mit Aetzkali oder Aetznatron bedruckt.

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