Titel: Recepte für Speisen aus Welschkornmehl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 13 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi04_13
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Recepte für Speisen aus Welschkornmehl.

Es ist bekannt daß der Mais (das Welschkorn) in denjenigen Ländern, wo er eigentlich zu Hause ist und in größter Ausdehnung gebaut wird, namentlich in Amerika, auf die mannichfaltigste Art als Speise für die Menschen benutzt wird, während er bei uns fast einzig unter der Form von Brei oder höchstens von Knöpfeln verspeist wird. Da es nun aber scheint daß die gegenwärtige große Theuerung auch die Folge bei uns haben dürfte, daß die Benützung des Welschkorns zu menschlicher Nahrung theils durch den vermehrten Anbau desselben im Land, theils durch Ankauf desselben aus dem Ausland eine größere Verbreitung als bisher erhält, so finden wir es paffend, hier einige amerikanische Recepte zu Maisspeisen zu veröffentlichen. Dieselben wurden von dem württembergischen Consul Hr. Brauns in Baltimore mit der Versicherung mitgetheilt, daß er sie ganz so niedergeschrieben, wie sie ihm von praktischen Haushälterinnen vordictirt worden seyen.

1) Gewöhnliches Brod (Corn Bread).

5 Pfd. Mehl, 1/2 Pfd. Schmalz, eine Hand voll Salz mit kochendem Wasser begossen, einen dicken Teig davon gemacht, mit einem Löffel angerührt (nicht mit der Hand), in eine eiserne oder blecherne Brodpfanne gethan und im Ofen gebacken. Abends angemacht, Morgens gebacken. Soll gleich gebacken werden, so muß etwas Gest oder Hefe dazu gethan werden. Das Brod bleibt dann zwei bis drei Tage gut.

2) Jonny-Cakes, flüchtig und schnell zu gebrauchen.

Etwas mehr Schmalz wie oben; ein Eisen mit Fett bestrichen, den Teig fingerdick darauf gelegt. Nachdem er auf der untern Seite braun geworden ist, umgedreht und auf der andern Seite braun werden lassen – dann ist's gar. Man schneidet durch die Mitte auf, macht Butter dazwischen und ißt zu Kaffee oder Thee frisch weg und warm.

NB. Hier im Lande, wo man offene Kamine in der Küche hat, legt man die Masse auf ein ganz einfaches eichenes Brett und setzt solches dem Feuer gegenüber. So bereitet, schmeckt es am besten.

3) Pfannenkuchen.

3 Pfd. Mehl, drei Eier (Weiß und Gelb), 1/4 Pfd. Schmalz, gut Salz, dann lauwarme Milch und Wasser, macht davon einen Teig, nicht ganz so dünn wie gewöhnlicher Pfannkuchenteig, rührt es wohl unter einander und backt es wie gewöhnlichen Pfannkuchen in Pfannkuchenpfannen.

4) Pone.

Eine Masse, ebenso zubereitet, aber etwas mehr Mehl darunter und in Tortenpfannen gebacken, schmeckt auch sehr gut. Warm gegessen, wird hier Pone genannt.

5) Brei.

Ebenso wie Roggenbrei, nur ziemlich lang gekocht (Salz, Mehl und kochendes Wasser), wird mit kalter Milch oder Syrup gegessen.

6) Klöse.

Steifen Teig mit lauwarmem Wasser, etwas Salz und Schmalz – runde Klöse in Salz und Wasser oder in Fleischbrühe gekocht. (Riecke's Wochenblatt, 1847, Nr. 18.)

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