Titel: Ueber Furchau's elastische Radirungsplatten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 2 (S. 313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi04_2

Ueber Furchau's elastische Radirungsplatten.

Im polytechn. Journal Bd. CIII S. 172 wurde aus den Verhandl. des Vereins zur Beförd. des Gewerbfl. in Preußen das Verfahren des Hrn. Furchau zur Anfertigung und Benutzung elastischer Radirungsplatten mitgetheilt. Seitdem ließ der Verein eine Platte nach diesem Verfahren durch einen Kupferstecher radiren. Im Widerspruch mit der Angabe des Hrn. Furchau a. a. O., „daß man nämlich von einer gehörig dicken und tief genug radirten Platte mehrere Tausend gute Abdrücke gewinnen könne,“ stellte sich dabei heraus, daß bei Anwendung von guter Kupferdruckerschwärze die Platten höchstens 100 Abdrücke aushielten. Es mußte daher eine sehr feine lithographische Druckerschwärze genommen, und diese mit Firniß sehr flüssig gemacht werden, dann lieferten die Platten etwas mehr als 300 Abdrücke. Der Druck geht übrigens langsamer von statten als gewöhnlich, denn die Farbe haftet zu stark auf den Platten und muß jedesmal noch mit einem Oellappen nachgeputzt werden, um eine reine Fläche zu haben, da sonst der Abdruck die erforderliche Reinheit entbehren würde. Bei der nöthigen Anwendung von sehr flüssiger Schwärze tritt zuweilen dieselbe bei dem Abdruck über die Conturen hinaus und gibt unreine Linien. Sehr feine Radirungen, deren Linien nur leicht in der Oberfläche der Platten eingeritzt werden können, liefern kaum 50 Abdrücke. Kräftigere Zeichnungen werden entweder durch wiederholtes Nachgehen der einzelnen Striche, oder dadurch erzielt, daß man beim Gebrauch recht starker Radirnadeln möglichste Kraft anwendet, um die Dicke der Platten tiefer durchschneiden zu können; hiebei springen aber öfter, bei recht eng gehaltenen Schattenpartien, die scharfen Kanten aus und der Druck wird unrein, abgesehen von dem Austreten der dünnen Schwärze, welche hier in größerer Quantität lagert.

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