Titel: Eisenfolie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 6 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi05_6

Eisenfolie.

Die gräflich Harrach'schen Eisenhüttenwerke zu Janowitz in Mähren, Olmützer Kreises, haben zur Wiener Industrie-Ausstellung eine Sorte von Eisenblech geliefert, welches auf den Beifall von Jedermann vollen Anspruch hat. Dieß sogenannte Schwarz- und Weißblech ist zu einer solchen Dünne ausgestreckt, daß die zur Ausstellung eingesendeten 300 Tafeln dieses Bleches kaum über 20 Pfd. gewogen haben. Eine solche Blechtafel steht an Dünne dem Schreibpapiere kaum etwas nach, und zur Rechtfertigung des diesem Fabricate gegebenen Namens eisernes Briefpapier wurde das nach Wien bestimmte obenerwähnte Paquet in eine solche verzinnte Blechtafel couvertirt und diese mit der gehörigen Adresse versehen, ohne einen Umschlag von Papier im geringsten vermissen zu lassen.

Diesem wirklich einzig in seiner Art dastehenden Producte hat ein günstiger Umstand zu einer Anerkennung verholfen, welche über die demselben in Wien allenthalben gezollte sich hinaus erstreckte. Der König von Schweden hat nämlich in Erwägung der vielen Vortheile, welche eine eigene Ausstellung inländischer Erzeugnisse über die gesammte Landesindustrie ausübt, zwei seiner tüchtigsten Professoren nach Wien zu entsenden geruht, mit dem Auftrage, das bei Veranstaltung der dortigen Gewerbs-Producten-Ausstellung festgehaltene System zu beobachten und es in seiner Anwendung auf einer derlei Exposition in Schwedens Hauptstadt zu prüfen. Diese beiden Männer haben nebst mehreren anderen Landeserzeugnissen auch auf dieses eiserne Briefpapier ihr besonderes Augenmerk gerichtet und sich von den Repräsentanten der Janowitzer Eisenwerke ein Paar solcher Tafeln erbeten, um sie der Stockholmer Akademie der Wissenschaften und Künste als ein ganz vorzügliches Metallproduct zur Prüfung vorlegen zu können. (Polytechn. Notizblatt 1847, Nr. 4.)

In dem Bericht über die dritte allgemeine österreichische Gewerbeausstellung in Wien im J. 1845 (gedruckt und im Verlage der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1846) ist die Eisenfolie unter den ausgestellten Erzeugnissen des Gräflich Harrach'schen Eisenwerks zu Janowitz (ein Sortiment von schwarzem und weißem Dachbleche, Rinnen-, Senkler- und Kreuzbleche) nicht aufgeführt. Die sehr gute Beschaffenheit des Bleches, welches dieses Werk liefert, sowie die Fortschritte, welche dasselbe seit kurzer Zeit in der Verzinnung machte, werden im Bericht hervorgehoben und insbesondere die verzinnten großen Blechtafeln rühmlich erwähnt.

Die Redact. d. p. I.

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