Titel: Ueber eine optische Täuschung bei dem Fahren auf der Eisenbahn; von W. H. Dove.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 3 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi06_3
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Ueber eine optische Täuschung bei dem Fahren auf der Eisenbahn; von W. H. Dove.

Es ist eine bekannte Erfahrung, daß die, welche zum erstenmal auf einer Eisenbahn fahren, in der Regel darüber erstaunen, wie klein die Gegenstände, bei denen sie vorbeifahren, z.B. Menschen, Pferde, Gesträuche erscheinen. Der Grund dieser Erscheinung liegt gewiß darin, daß man die ungewohnte Geschwindigkeit des Fortrückens in horizontaler Richtung mit der Vorstellung über die Höhe der Gegenstände combinirt, und diese daher als zu klein beurtheilt. Vor einigen Jahren hatte ich Gelegenheit die umgekehrte Beobachtung zu machen. Ich fuhr durch ziemlich enge Durchschnitte des Kohlengebirges in einem großen Wagen, der nicht in Coupés abgetheilt war. Nachdem ich die Augen lange auf die schnell vorüberfliegenden Gebirgswände gerichtet hatte, wandte ich sie zurück auf die Innenseite des Wagens, der nun, indem ich zugleich noch die Wände im Auge behielt, den Eindruck eines hohen, mit gewölbtem Dache versehenen Saales machte. Die Ableitung dieser Täuschung aus demselben Princip bietet sich von selbst dar. (Poggendorff's Annalen der Physik, 1847, Nr. 5)

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