Titel: Gute Verschließung der Glasgefäße für naturgeschichtliche Sammlungen und zweckmäßige Einsetzung der Gegenstände in diese Gefäße.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 104/Miszelle 6 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj104/mi104mi06_6

Gute Verschließung der Glasgefäße für naturgeschichtliche Sammlungen und zweckmäßige Einsetzung der Gegenstände in diese Gefäße.

Ein zweckmäßiges Verfahren diese Gefäße zu verschließen, welches viel wohlfeiler ist als die bisherigen Gläser mit eingeriebenen Stöpseln, wurde von Maissiat der franz. Akademie mitgetheilt. Im Wesen nicht, sondern nur in der Form weicht dieses Verfahren von der bisherigen Einreibung der Glasstöpsel mit Schmirgel ab; die Berührungsflächen werden nämlich vom Hals auf den Rand des Glases verlegt. Das Glas braucht hiezu seine Mündung nur auf einer Fläche zu haben, die umgedreht werden kann; der verschließende Deckel, welcher übrigens jede Form haben kann, muß nur ebenfalls eine drehbare Fläche haben. Nun dreht man entweder das Glas oder die Verschließungsplatte um ihre Achse, indem man das andere Stück verschließend entgegenhält, und bringt Schmirgel dazwischen, wodurch sie immer genauer schließend werden. Um die Platte recht genau schließend zu erhalten, kann man sich eines Kitts bedienen, der wie folgt bereitet wird. Man schmilzt 2 Thle. Kautschuk vorsichtig unter Umrühren, so daß sich nie viel Rauch entwickelt und setzt 1–2 Thle. an der Luft zerfallenen und gesiebten Kalk zu; das Schmelzen kann man durch Zusatz von etwas Talg befördern. Etwas Mennige (vor dem Kalk zugesetzt) macht diesen Kitt binnen einem Jahre auf der Oberfläche austrocknen. Um ihn anzulegen, wird er vorher geknetet und dann mit einem Messer kalt angelegt.

Das Einsetzen der naturhistorischen Gegenstände in die Gefäße anbelangend, so befestigte man dieselben bisher auf Platten von Kork, Holz, Wachs etc., welche Träger alle an den Weingeist auflösliche Stoffe abgeben, denselben färben und so oft den Gegenstand undeutlich machen. Werden aber anstatt der genannten Körper Rahmen oder Gestelle von an der Lampe gebogenen Glasstäben genommen, der Gegenstand mit einem schwarzen Seidenfaden daran befestigt und das Gefäß äußerlich auf der Rückseite mit einem schwarzen Firniß angestrichen, so ist obigem Uebelstand |467| abgeholfen und der Gegenstand kann auf dem schwarzen Grunde, ohne daß das Gerüste sichtbar würde und ohne daß man ihn herauszunehmen braucht, gut betrachtet werden.

Für Gegenstände, welche angestochen werden müssen, kann man aus einer weiten Glasröhre einen Rahmen machen und über diesen einen schwarzen Seidenzeug so spannen, wie die zwei Felle einer Trommel. (Comptes rendus, März 1847, Nr. 10.)

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