Titel: Das borsaure Kupferoxyd, eine schöne grüne Deckfarbe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 105/Miszelle 10 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj105/mi105mi02_10

Das borsaure Kupferoxyd, eine schöne grüne Deckfarbe.

In jüngster Zeit hat man die Warnung vor den giftigen Wirkungen der arsenikhaltigen grünen Farben wiederholt und namentlich deren Schädlichkeit als Tapetengrün hervorgehoben.

Als Ersatz für diese arsenikhaltigen Farben schlug Dr. Elsner in Berlin vor, Absüde von den Blättern des Färberschartenkrautes, oder von Wau oder Quercitronrinde mit einer Lauge von kohlensaurem Natron darzustellen, dieselben mit einer Lösung von Kupfervitriol zu versetzen, den Niederschlag auszuwaschen und bei 44° R. zu trocknen.

Ein schönes Grün, das mancher Nüancirung fähig ist und für Oel- und Porzellanmalerei gebraucht werden kann, das aber freilich etwas theurer zu stehen kommt, als die Produkte des obigen Vorschlags, ist das borsaure Kupferoxyd. Es ist ein viel satteres, klareres Grün, als das Chromoxyd oder der grüne Ultramarin.

Man stellt es dar durch Auflösen solcher Mengen von Kupfervitriol und Borax, wie sie ungefähr den chemischen Aequivalenten beider Salze entsprechen (16 Kupfervitriol auf 24 Borax), mischt die Lösungen, sammelt den blaßgrünen Niederschlag auf einem Filter, wascht ihn mit kaltem Wasser mehreremal aus, trocknet ihn anfangs bei gewöhnlicher Temperatur, erst gegen das Ende in der Wärme. Kaltes Auswaschwasser ist darum nöthig, weil heißes Wasser den Niederschlag zerlegt, indem Borsäure theilweise ausgezogen wird, wodurch er durch ausgeschiedenes Kupferoxyd schmutzig schwärzlich wird (er verhält sich wie Kupferoxydhydrat in dieser Beziehung); bringt man den sehr nassen Niederschlag gleich anfangs in größere Hitze, so erfährt er dasselbe, sein Wasser nimmt ihm im erhitzten Zustand Säure und es zeigen sich die trüben Stellen sehr bald. Ist der Niederschlag getrocknet, in welchem Zustand er eine glänzende, hornartige dunkelgrüne Masse darstellt, so zerreibt man ihn in einer Porzellanschale und erhitzt ihn in einem hessischen Tiegel zum anfangenden Glühen (er soll nicht schmelzen). Er verliert hiedurch sein Wasser vollends, die kleinen Stückchen verlieren ihren Hornglanz und die Farbe ist je nach längerem oder kürzerem Erhitzen mehr ins Dunkelgrün oder in ein angenehmes Gelblichgrün nüancirt. Das Pulver muß nun gerieben und oft noch geschlämmt werden. Dr. Bolley. (Schweizerisches Gewerbeblatt, Jan. 1847, S. 28.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: