Titel: Schutz des Getreides gegen das Keimen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 105/Miszelle 11 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj105/mi105mi05_11

Schutz des Getreides gegen das Keimen.

Sehr oft beginnt der geschnittene Weizen bis zu seiner Einführung in Folge eintretenden Regens Keime zu treiben. Nach einer Mittheilung des Hrn. Crepet wird in den Departements der untern Seine und der Eure seit dem Jahr 1816 diesem Uebelstand dadurch vorgebeugt, daß man 3–4 Garben in einem Bündel aufrecht stellt, den man mit einigen Strohhalmen unter der Aehre zusammenbindet, den Bündel hierauf unten öffnet, damit er stehen bleibt, und die Luft hindurchziehen kann; worauf man ihn mit einem Hut bedeckt, der aus einem Armvoll Getreide gebildet wird, welches man unten zusammenbindet, und mit abwärtsgekehrten Aehren geöffnet über den Bündel stürzt. Auf diese Weise, welche mit dem beim Hanf gebräuchlichen Verfahren Aehnlichkeit hat, gleitet der Regen über die Halme ab, ohne in den Bündel einzudringen und sogar, wenn der Regen länger dauern sollte, ist ein einziger schöner Tag darauf hinreichend, um das Getreide zu binden und in die Scheuern zu bringen. Dieses Mittel kostet nicht viel mehr Arbeit als das Schwadenlegen, und bei einem Wetter, wo diese öfters umgekehrt werden müssen, nicht einmal so viel, und gewährt noch den Vortheil, daß der Zweck jedenfalls erreicht wird, wenn das Regenwetter auch mehrere Wochen andauern sollte, während dann bei Schwaden Korn und Stroh in acht Tagen verderben. Man hat in den genannten Departements dieses Verfahren auch auf den Roggen und Hafer ausgedehnt, und wendet es sogar an wenn das Wetter auch die größte Zuversicht einflößt. (Moniteur industriel, 1847 Nr. 1152.)

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