Titel: Verfahren Sculpturen auf Alabaster hervortretend zu machen, und Reinigung derselben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 105/Miszelle 5 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj105/mi105mi05_5

Verfahren Sculpturen auf Alabaster hervortretend zu machen, und Reinigung derselben.

Dieses Verfahren gründet sich auf die Eigenschaft des Alabasters oder dichten schwefelsauren Kalks, mit der Zeit durch kaltes Wasser so angegriffen zu werden, daß er seinen Glanz verliert. Man überzieht zuerst alle Reliefsculpturen und zu reservirenden Theile mit einem in Wasser unauflöslichen Firniß, welcher aus in Terpenthinöl |398| aufgelöstem Wachs, mit Bleiweiß vermischt, oder vielmehr aus Terpenthinölfirniß bereitet wird, dem man Bleiweiß und ein wenig thierisches Oel zusetzt, damit er nicht erhärten und dem Alabaster zu stark anhangen kann. Aufgetragen wird derselbe mit einem weichen Pinsel, der mit Terpenthinöl befeuchtet und so oft in solches getaucht wird als man Firniß herausnimmt. – Nachdem die reservirten Stellen auf diese Weise überzogen wurden, läßt man den Gegenstand oder das Ornament einige Stunden trocknen; dann stellt man es in ein Gefäß mit kaltem Wasser, in welchem man es 48 Stunden, oder nöthigenfalls auch länger läßt. Alsdann wird der Firniß mittelst eines in Terpenthinöl getauchten feinen Schwamms entfernt und der Artikel mit einem recht trockenen, weichen Lumpen abgetrocknet. Hierauf fährt man mit einer neuen, zarten Bürste darüber, welche man vorher in feingepulverten Gyps taucht. Dieses Pulver füllt die Poren jener Theile des Alabasters aus, welche vom Wasser angegriffen wurden und macht sie matt, wodurch das Relief etc. und die durchscheinenden Theile des Alabasters besser hervortreten.

Um Verzierungen und Sculpturen in Alabaster zu reinigen, beseitigt man zuerst die Fettflecken, wenn solche vorhanden sind, mittelst Terpenthinöls; hierauf taucht man die Gegenstände in Wasser ein, worin man sie ziemlich lange läßt, damit die Unreinigkeiten weggehen. Nach dem Herausnehmen reibt man mit einem recht trockenen Pinsel, läßt trocknen und fährt mit gepulvertem Gyps darüber. Auf diese Weise wird der Gegenstand ganz rein, wie wenn er aus der Hand des Bildhauers käme. (Recueil de la Société polytechnique, Februar 1847.)

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