Titel: Muschel-Cameen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 105/Miszelle 6 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj105/mi105mi05_6

Muschel-Cameen.

Folgendes entnehmen wir einem Vortrag des Hrn. Gray in der Society of arts über die Fabrication des gegenwärtig so beliebten Surrogats der ächten Cameen aus Muscheln. Mehrere Muschelarten bieten die erforderlichs Farbenverschiedenheit dar und sind einerseits weich genug um leicht bearbeitet werden zu können, und andererseits hart genug, um der Abnützung zu widerstehen. Die Muscheln sind von den fleischfressenden Einschaligen, welche aus drei, oft verschiedenfarbigen Schichten bestehen; am besten scheinen sich dazu zu eignen das Stiermaul (Bulls mouth), der schwarze Seehelm, der gehörnte Seehelm und die Königinmuschel; die beiden ersteren sind die besten. Vor 40 Jahren beschränkte sich die Kunst der Verfertigung dieser Cameen auf Rom, vor 20 Jahren noch auf Italien; seitdem fing aber ein Italiener an sie in Paris zu machen, wo jetzt 300 Arbeiter durch diesen Industriezweig beschäftigt sind. Die Anzahl Muscheln, welche vor 30 Jahren jährlich verwendet wurde, betrug nur etwa 300 jährlich, die alle von England kamen; eine Muschel kostete in Rom 30 Schilling. Im vorigen Jahr war der

Stück Pfd. St.
Stiermaul 80,000 durchschnittlicher Preis 1 Schill. 8 Pence Werth 6400
Schwarzer Seehelm 8,000 „ „ 5 „ 0 „ 1800
Gehörnter Seehelm 500 „ „ 2 „ 6 „ 60
Königin-Muschel 12,000 „ „ 1 „ 2 1/2 „ 700
–––––––––– ––––––
100,500 Muscheln Pfd. St. 8960

Der Durchschnittspreis der in Paris verfertigten großen Cameen ist 6 Fr. per Stück, was 32,000 Pfd. St. beträgt; die kleinen betragen 8000 Pf. St. In England befassen sich nur sechs Personen mit diesem Handelszweig. (Edinburgh new philosophical Journal, April und Jul. 1847.)

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