Titel: Ueber pneumatische Eisenbahnen; von Sainte-Preuve.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 105/Miszelle 1 (S. 457)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj105/mi105mi06_1

Ueber pneumatische Eisenbahnen; von Sainte-Preuve.

Die gußeiserne Brücke einer englischen Eisenbahn, welche (vor kurzer Zeit) in dem Augenblick nachgab, wo eine gewöhnliche Locomotive darüber fuhr, war in jeder Hinsicht derjenigen gleich, welche in London über eine Straße errichtet ist und einen Theil der Blackwall Eisenbahn bildet, deren Dienst noch nie durch einen ähnlichen Unfall unterbrochen wurde. Die leichten Waggons, welche auf der Blackwall Eisenbahn laufen, üben auf die Schienen nur etwa den fünften Theil des Drucks der gewöhnlichen Locomotiven aus; und wenn man einmal die Treibseile durch die von den HHrn. Clarke und Varley vorgeschlagene elastische Triebröhre aus Eisenblech (polytechn. Journal Bd. CIII S. 331) ersetzt haben wird, lassen sich selbst diese Waggons durch noch leichtere ersetzen, weil der Kolben der pneumatischen Röhre viel besser als die Treibseile jedes Austreten aus den Schienen verhindert.

Man schreit gegen die ungeheuren Kosten, welche die Herstellung fixer Maschinen für die pneumatische Locomotion bis jetzt erheischte: wenn aber die Züge zahlreich sind und es sich um einen Omnibus-Dienst handelt wie auf der Blackwall Eisenbahn, sind diese fixen Maschinen wohlfeiler als die Locomotiven; selbst in dem gewöhnlicheren Fall, wo die Züge in langen Zwischenräumen aufeinander folgen, ist es nach meiner Berechnung vortheilhaft, die fixen Maschinen durch Apparate zu ersetzen, welche man wegen ihrer großen Einfachheit kaum Maschinen nennen kann und die an dem ersten Waggon befestigt, die Fortschaffung des ganzen Zugs bewirken können. Diese Apparate bestehen aus mehreren Kammern von Eisenblech, worin die in einem Central-Feuerraum durch Kohle unvollkommen verbrannte Luft nacheinander zuerst ausgedehnt (folglich theilweise ausgelassen) und dann verdichtet wird; wenn man diese Kammern nacheinander durch das Innere eines langen Schiffchens mit der pneumatischen Röhre in Verbindung bringt, empfangen sie einen Theil der inneren Atmosphäre dieser Röhre und die Wiederholung dieser Ansaugungen wird eine regelmäßige Locomotion hervorbringen. (Comptes rendus, Junius 1847, Nr. 26.)

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