Titel: Vortheilhafte Zucht der Seidenwurm-Eier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 105/Miszelle 10 (S. 462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj105/mi105mi06_10

Vortheilhafte Zucht der Seidenwurm-Eier.

Der Pfarrer Fraissinet zu Sauves macht ein Verfahren bekannt, durch welches das Product an Seide um ein Fünftheil, wenn nicht gar um ein Viertheil vermehrt wird. Nach ihm müssen die Eier einer säubernden Verpflegung unterworfen werden, um eine starke Raupe zu erzielen, deren kräftige Gesundheit durch eine umsichtige Zucht unterhalten, von dem Keim der Muskardine nie erreicht werden kann. Er hat sich überzeugt, daß die Würmer, welche aus den Eiern, die, seitdem sie gelegt wurden, bis zum Auskriechen eine gleiche Behandlung erfuhren, zuerst auskriechen, während sie bisher stets weggeworfen wurden, gerade die kräftigsten sind. Demgemäß wählt er eben diese aus, läßt sie besonders aufkriechen und wählt aus ihren stets vortrefflichen Cocons die zur weitern Eierzucht erforderlichen aus, trennt hierauf die Cocons in männliche und weibliche Abtheilungen, läßt die weiblichen Schmetterlinge sich von der gelben Substanz entleeren, womit sie angefüllt sind, und welche, wie er behauptet, die Flüssigkeit, welche das Männchen von sich gibt, nur schwächen kann, und überwacht nach einer höchst sorgfältigen Auswahl der Individuen und unter einer ins Kleinlichste gehenden Aufmerksamkeit die Begattung. – Dieses Verfahren ist in Widerspruch mit demjenigen von Dandolo und Bonafous, wonach die Raupen, je später sie auskriechen, desto kräftiger seyn müßten. Nach 7–8 Jahren soll bei dem neuen Verfahren die Species ihre Vollkommenheit erreichen und die eigentlichen „Vollblut“-Seidenwürmer erhalten werden! (Moniteur industriel 1847, Nr. 1152.)

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