Titel: Ueber künstliches Ausbrüten der Eier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 105/Miszelle 6 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj105/mi105mi06_6

Ueber künstliches Ausbrüten der Eier.

Ein Amerikaner, W. Cantelo, nahm im vorigen Jahr in England ein Patent auf einen Apparat zum Ausbrüten der Eier etc. (beschrieben im polytechn. Journal Bd. CII S. 76.) Derselbe errichtete zuerst in New-York, dann in Brighton bei London, Etablissements zum Brüten und zur Hühnerzucht; in neuester Zeit legte er ein solches in der Nähe von Paris, bei Varenne Saint-Maur, auf dem Gute des Hrn. Caffin d'Orsigny an. Letztere Brütanstalt, in einem gewissen Maaßstab eine Musteranstalt für dieses Verfahren, ist ungefähr seit einem halben Jahr im Gang; wir sahen darin vor einigen Tagen über 800 Hühner verschiedenen Alters von dem eben aus der Schale schlüpfenden bis zum gemästeten, schon für den Markt bestimmten. Die Brütung war mit einer großen Anzahl Eier noch im Gange. Der Brütapparat des Hrn. Cantelo hat einige Aehnlichkeit mit demjenigen des Hrn. Bonnemain; doch sind in der Einrichtung bedeutende Verschiedenheiten, welche dem neuen System große Vorzüge zu geben scheinen. Erstens werden die Eier nicht über ihre ganze Oberfläche erwärmt, was fehlerhaft ist, der Natur zuwiderläuft und die Flüssigkeit des Eies verdampft. Zweitens vertreten starke Kautschukröhren, welche über die Eier hingehen, einigermaßen die Berührung der Eier mit dem Bauche der Henne. Durch eine sehr sinnreiche Einrichtung wird die Verbrennung der Kohle mit großer Sparsamkeit im Verhältniß zur erforderlichen Temperatur regulirt. Die ausgeschlüpften und wieder abgetrockneten Küchlein werden in eine Abtheilung des |461| Etablissements getragen, wo sich der Hühnerkorb befindet, eine Art kleines, rundes Haus, in dessen Mitte sich eine Wärmelampe befindet, welche mit warmem Wasser gefüllte Röhren in eine Art Pulte, die auf dem Boden stehen, aussendet. Jeder dieser vorn offenen, mit Wollenfransen behangenen Pulte ist die künstliche Mutter, unter welche die Hühnchen ihre Zuflucht nehmen. Endlich besitzt dieses Etablissement noch Hühnerhäuser und kleine, nach dem verschiedenen Alter der Hühner abgetheilte Gärtchen. (Moniteur industriel, 1847, Nr. 1158.)

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