Titel: Theecultur in Ostindien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 106/Miszelle 20 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj106/mi106mi01_20

Theecultur in Ostindien.

Die Calcutta-Gazette enthält die von den Directoren der Compagnie eingesandte Nachricht von der Vorzüglichkeit, mit welcher sich das Dhoonthal und die daran liegenden Districte zum Anbau des Thees eignen. Die Einführung dieser Cultur im nordwestlichen Indien verdankt man den Bemühungen des Dr. Jameson, Vorstehers der botanischen Gärten daselbst. Die englischen Theemäkler fanden diesen Thee so vortrefflich, daß er den bessern chinesischen Sorten gleichkömmt; er besitzt den Geruch des orangefarbigen Pekoe, ist aber stärker als letzterer gewöhnlich ist; kann auch seinem Werth entsprechend wie der beste chinesische verkauft werden, während die Kosten seines Anbaus sich gar nicht hoch belaufen; der von dieser Cultur zu erwartende Gewinn muß ermunternd seyn. Nach dem letzten Bericht trugen 176 Acres 322,579 Pflanzen; im Dhoonthal allein eignen sich aber 100,000 Acres für diese Cultur, welche 7,600,000 Pfd. = 1/2 der ganzen englischen Consumtion, liefern können, wodurch in Aussicht gestellt wird, daß in 10 bis 12 Jahren England um 3 bis 4,000,000 Pfd. St. Thee von Indien beziehen kann, was den wechselseitigen Handel dieser Länder, bei der Minderung des Preises die allgemeine Consumtion dieses Artikels und den Handel damit, und im Gefolge davon, die Dampfschifffahrt etc. sehr beleben muß. Bei dem Preis von 1 1/2 Rupien per Seer (circa 1 Pfd.) berechnet Dr. Jameson 200 Proc. Nutzen für den Anbau, und somit wäre die ganze Mittelclasse Großbritanniens in Stand gesetzt, sich dieses ihres Lieblingsgetränks zu bedienen. (Edinburgh new philosophical Journal, April u. Jul. 1847.)

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