Titel: Ueber Gewinnung von Oel aus Traubenkernen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 106/Miszelle 12 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj106/mi106mi02_12

Ueber Gewinnung von Oel aus Traubenkernen.

Hr. Theod. Winckler in Altkirch hat der Mülhauser Industriegesellschaft eine Abhandlung über Oelgewinnung aus Traubenkernen nebst einem Muster von solchem eingesandt. Er bemerkt darin, daß wenn man die Traubenkerne zur Oelgewinnung benutzen würde, anstatt sie mit den destillirten Trestern als Dünger zu verwenden, man ein Product erhielte, welches bisher (in Frankreich) rein verloren ging und das man mit Vortheil in der Haushaltung anwenden könnte. Andererseits würde auch die Landwirthschaft dabei gewinnen, denn viele Felder, wo man jetzt Reps etc. anbaut, könnten dann zu vortheilhafteren Culturen verwendet werden. In Italien, wo man eine so bedeutende Menge Olivenöl gewinnt, zieht man dennoch schon längst das Oel aus den Traubenkernen, theils zum Küchengebrauch, theils zur Beleuchtung aus. Nach den Versuchen des Verf. erhält man aus 20 Maaß Traubenkernen 1 1/5. Maaß Oel, also 5 Proc. (nach deutschen technologischen Werken könnte man sogar 12 Proc. erhalten). Das Elsaß erzeugt jährlich im Durchschnitt 887,000 Hektoliter Wein; aus jedes Hektoliter Wein erhält man 8 Liter Traubenkerne, welche also jährlich 354,800 Liter Oel geben würden.

Hr. Cook in Mülhausen hat vergleichende Versuche über die Anwendung dieses Oels zur Beleuchtung angestellt und dabei gefunden, daß wenn man die Verbrennungs-Dauer des Rüböls oder Mohnöls mit 12 bezeichnet, dem Traubenkernöl die Ziffer 11,48 entspricht; letzteres brennt aber mit einer viel schöneren Flamme und gibt weniger Rauch als die beiden anderen. (Bulletin de la Société industrielle de Mulhouse, 1847, Nr. 98.)

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