Titel: Verfahren Flecken aus Leinenzeug zu vertilgen, welcher mit salpetersaurem Silber gezeichnet wurde; von T. und H. Smith.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 106/Miszelle 4 (S. 244–245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj106/mi106mi03_4

Verfahren Flecken aus Leinenzeug zu vertilgen, welcher mit salpetersaurem Silber gezeichnet wurde; von T. und H. Smith.

Wir wurden vor einiger Zeit aufgefordert Flecken aus Leinwand zu vertilgen, welche beim Zeichnen mit Silbersalz (der sogenannten Mark-ink without preparation) |245| beschädigt worden war. Beim Zeichnen der Wäsche mit diesem Präparat muß eine starke Hitze angewandt werden, damit die Schriftzüge zum Vorschein kommen, was gewöhnlich mittelst eines Bügeleisens bewerkstelligt wird.

Die bekannten Mittel, z.B. Cyankalium, ferner Dr. Herapath's Verfahren zuerst mittelst Jodtinctur Jodsilber zu bilden und dieses dann durch unterschweflig-saures Natron wegzuschaffen etc. zeigten sich ganz unwirksam auf die Schriftzüge. Der hartnäckige Widerstand derselben brachte uns anfangs auf die Vermuthung, das Gewebe des Tuchs möchte durch eine starke Säure, welche in Folge fehlerhafter Bereitung in die Zeichnentinte kam, zerstört worden seyn. Darin hatten wir uns jedoch geirrt, denn wir fanden bald, daß sich diese Flecken schnell und vollständig, ohne die geringste Beschädigung des zartesten Gewebes dadurch wegschaffen lassen, daß man sie mit einer Auflösung von Chlorkalk benetzt; in wenigen Minuten verwandelt dieselbe ihre schwarze Farbe in Weiß, indem sich weißes Chlorsilber bildet; da dieses aber durch die Einwirkung des Lichts bald wieder geschwärzt würde, so muß es aufgelöst und gänzlich weggewaschen werden; man taucht daher den Theil des Zeugs mit den jetzt weißen Flecken einige Minuten lang entweder in eine Auflösung von Ammoniak oder in eine solche von unterschwefligsaurem Natron und wascht ihn dann in reinem Wasser ganz aus.

Wenn die Zeichen tief eindringen, sind einige Minuten zur vollständigen Verwandlung des Silbers in Chlorsilber nicht hinreichend, weil sich an der Oberfläche eine Kruste dieses unauflöslichen Salzes bildet, welche die inneren Theile gegen die Einwirkung des Chlorkalks schützt. Oft ist diese Umänderung sogar nach 1 bis 2 Stunden noch keine vollständige, so daß eher das Gewebe an diesen Stellen zerstört als der beabsichtigte Zweck erreicht werden könnte. In solchen Fällen behandelt man den Zeug nach der Einwirkung des Chlorkalks mit Ammoniak und wiederholt dann das ganze Verfahren, wodurch die Zeichen spurlos verschwinden werden. (Chemical Gazette, Sept. 1847 Nr. 118.)

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