Titel: Ueber die Forstcultur in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1847, Band 106/Miszelle 8 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj106/mi106mi03_8

Ueber die Forstcultur in Frankreich.

Der um das Studium der Forstwissenschaft sich so verdient machende Hr. Eugène Chevandier gibt aus zuverlässigen Quellen an, daß in Frankreich

1,665,290 Hektaren Hochwälder
6,957,838 „ Schlagwälder, im Ganzen also
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8,623,128 Hektaren

mit Wald bewachsener Fläche vorhanden sind, die nach seiner Berechnung 40,589,537 Ster, oder im Durchschnitt per Hektare 4,71 Ster Holz liefern. (In dem Bericht des Generalforstdirectors werden nur 4 Ster angenommen.) Den Ertrag der badischen Hochwälder, welche bei einem Alter von 50 bis 140 Jahren im Durchschnitt jährlich 11 1/2 Ster per Hektare tragen, damit vergleichend, schließt der Verf., daß durch besserere Bewirthschaftung und zweckmäßige Wiederbeholzung früher abgeholzter Waldungen man in 100 Jahren den Forstertrag in den gegenwärtig schon vorhandenen Waldungen leicht auf jährlich 10 Ster per Hektare oder 86,000,000 Ster bringen könnte. Dazu kommt aber daß Frankreich noch 50,000 Hektaren Landes besitzt, dessen Ertrag beinahe Null ist und welches in 100 Jahren ebenfalls in Hochwälder verwandelt werden könnte, deren jährlicher Ertrag,

à 10 Ster per Hektare, 50,000,000 Ster
betrüge und obigem Mehrbetrag der jetzigen Wälder in
100 Jahren von

45,410,000 „
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hinzugerechnet, einen Gesammtertrag geben würde von 95,410,000 Ster.

Die mineralischen Brennmaterialien anbelangend, ist nach einem Bericht der Bergwerksadministration, die Consumtion von Steinkohlen in Frankreich, welche im J. 1789 4 1/2 Millionen metrische Centner betrug, im J. 1844 plötzlich auf 55 Mill. und bis jetzt Wohl auf 60 Millionen jährlich gestiegen. Die Wärme von 180 Kil. Steinkohlen der von 1 Ster Holz gelieferten gleich angenommen, ist das Aequivalent dieser 60 Millionen C. Steinkohlen 33,333,333 Ster Holz. Ferner betrug die Torfproduction im J. 1843, also wohl auch die gegenwärtige Torfconsumtion 1,401,000 Ster Torf; nimmt man nach Hrn. Peclet dafür ebenso viele Ster Holz an und addirt sie zu obigem Holzbetrag, so erhält man 34,734,333 Ster als den Ausdruck der gegenwärtigen Consumtion außer derjenigen des Holzes, was ungefähr ein Drittheil der vom Verf. in einem Jahrhundert für möglich erachteten Holzvermehrung beträgt, welches Resultat die von Hrn. Brongniart vor kurzem ausgesprochenen Befürchtungen wegen Zunahme der Consumtion mineralischer Brennstoffe und der früher oder später zu erwartenden Versiegung der Steinkohlenlager als unbegründet erweist. (Comptes rendus, April 1847 Nr. 14.)

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