Titel: Sehr haltbare Feuerversilberung; von J. F. Hessenberg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 5 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi01_5

Sehr haltbare Feuerversilberung; von J. F. Hessenberg.

Man befeuchtet die wohl gereinigte und polirte Oberfläche des zu versilbernden Metalls mittelst eines Pinsels mit etwas Salzwasser und bestreut sie gleichmäßig mit dem weiter unten beschriebenen Pulver Nr. 1, so daß dieses eine Lage bildend, darauf hängen bleibt. Hierauf bringt man den Gegenstand zwischen gut glühende Kohlen und erhitzt ihn bis zur Rothgluth, löscht in reinem siedenden Wasser ab, oder in solchem, welches etwas Kochsalz oder Weinstein gelöst enthält, und behandelt ihn dann mit der Kratzbürste. Er erscheint nun bereits versilbert. Diese erste Operation ist die wichtigste, weil dabei das schmelzende Silber in das Stück eindringen und es empfänglich für den folgenden Auftrag machen muß.

Man trägt nun von neuem gleichmäßig mit einem Pinsel auf, dießmal aber den unten beschriebenen Teig Nr. 2, glüht bis zur Kirschrothhitze, löscht in siedendem Wasser ab und kratzt in kaltem.

So fährt man fort, bis man, das erstemal ungerechnet, noch vier- bis fünfmal aufgetragen hat, wo dann das Stück hinreichend versilbert ist, mattweiß erscheint und zuletzt mittelst des Polirstahls seinen Glanz erhält.

Nr. 1. Pulver für den ersten Auftrag.

Man löse Silber in Salpetersäure, fälle es in bekannter Weise mit Kupferblech, wasche den Silberniederschlag gut aus und trockne ihn. Von diesem Silberpulver nimmt man 1 Theil, ferner 1 Theil Chlorsilber und 2 Theile gereinigten und calcinirten (entwässerten) Borax. Man mengt diese Ingredienzien gut durcheinander, reibt sie in einem Porzellanmörser recht fein und läßt sie endlich durch ein Haarsieb laufen.

Nr. 2. Teig für die folgenden Aufträge.

Gleiche Theile Silberpulver, gereinigten Salmiak, reines Kochsalz, Zinkvitriol und reine Glasgalle werden gut gemischt und fein gerieben, und mit etwas destillirtem, auch etwa mit äußerst wenig Gummi versetztem Wasser teigartig angemacht, so daß man es mit einem Pinsel aufnehmen und auftragen kann.

Auf diese Weise versilberte Gegenstände zeigen, wenn man sie durchbricht, daß das aufgetragene Silber ins Kupfer förmlich eingedrungen ist, was dieß Verfahren als sehr solid aufs beste empfiehlt.

Abgenutzte Stellen oder ganze Stücke lassen sich leicht ausbessern oder herstellen, da man nur einen neuen Auftrag auf die schadhafte Stelle oder das ganze Stück zu geben braucht. Auch schwarz angelaufene Gegenstände können stets auf diese Weise leicht wieder hergestellt werden. (Böttger's polytechn. Notizblatt, 1847, Nr. 20.)

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