Titel: Erfahrungen mit Holzrädern bei Eisenbahnwagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 1 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi03_1

Erfahrungen mit Holzrädern bei Eisenbahnwagen.

In der neuesten Zeit hat man die Holzräder (auf eine eigenthümliche Art angefertigt, welche im polytechn. Journal Bd. CII S. 266 beschrieben wurde) in England vorzüglich bei schnell gehenden Wagenzügen und namentlich bei Wagen erster Classe angewandt, weil sie mehr Sicherheit als die eisernen Räder gegen Stoß und Bruch bei Erzitterung gewähren und mit viel weniger Geräusch gehen. Nach einem Bericht in der Eisenbahn-Zeitung, 1847 Nr. 45, hat sich nun aber bei längerm Gebrauch an diesen Rädern ein Umstand gezeigt, welcher es rathsam macht von deren Anwendung abzustehen. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die Reifen, wenn sie in Folge der Abnutzung unrund geworden sind, nicht bis zu einer so weiten Gränze nachgedreht werden können, als dieß bei den eisernen Rädern stattfindet. Sobald nämlich der Reif des Holzrades bis auf eine Stärke von 7/8 Zoll reducirt ist, bietet er nicht mehr genügenden Widerstand gegen die vorkommenden Stöße, er schwingt in verticaler Richtung, zieht sich in ovale Form, veranlaßt dadurch ein allmähliches Entstehen von Spielraum in den anfänglich fest zusammengepreßten Holzverbindungen und das Rad wird lose und unsicher. Bei eisernen Rädern kann man dagegen die Reifen bis auf eine Stärke von 1/2 Zoll abdrehen Mit Anwendung von Holzrädern ist daher eine nicht geringe Steigerung der Betriebskosten der Eisenbahnen verbunden.

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