Titel: Ueber den Zuckerstoffgehalt der Runkelrüben, von Barreswil und Michelot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 10 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi03_10

Ueber den Zuckerstoffgehalt der Runkelrüben, von Barreswil und Michelot.

Die von Pelouze im Jahr 1831 beobachtete und von Peligot bestätigte Thatsache, daß die gesunde Runkelrübe nur krystallisirbaren Zucker enthält, hat sich auch uns bewährt. Unsere Beobachtungen wurden mit Wurzeln von verschiedenem Alter, von der Bildung der Würzelchen an bis zur Blüthezeit, angestellt. Das Mengenverhältniß des Zuckerstoffs wurde in sehr kurzen Zwischenräumen bestimmt.

Die analytischen Resultate ergaben, wie Hr. Pelouze schon beobachtet hatte, daß der Zuckerstoffgehalt nicht nur nach den Varietäten, sondern auch bei einer und derselben Runkelrübensorte nach einer Menge von Umständen verschieden ist. So bewirkt z.B. der Einfluß von Regen oder Trockne einen solchen Unterschied, daß das Gewicht der Runkelrübe durch Verlust oder Aufsaugung von Wasser in Zeit von 8 Tagen um 25–30 Proc. differirt.

Aus unseren zahlreichen Versuchen geht hervor, daß der Zuckergehalt der (in der Erde gekeimten) sehr kleinen Runkelrüben wirklich sehr verschieden ist, von demjenigen der etwas starken Rüben und daß er in beinahe constantem Verhältniß steht zur Menge trockner Substanz, gleichviel wie groß die Wurzel sey. Ein sechsmonatlicher Aufenthalt in Silos (freilich während eines trocknen Winters) verändert die chemische Beschaffenheit der Runkelrüben gar nicht und hat auf ihren Zuckergehalt keinen merklichen Einfluß. Endlich bleibt die Zuckermenge, welche im Samen null ist und in den jungen Wurzeln beständig zunimmt, in den Mittlern und großen Rüben stationär bis zur völligen Reife und nimmt dann während der ganzen Periode der zweiten Vegetation immer ab. (Comptes rendus, 1847, 2tes Sem. Nr. 6.)

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