Titel: Bielefeld's Formen aus plastischer Composition.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 4 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi04_4

Bielefeld's Formen aus plastischer Composition.

Der Erfinder nahm am 14. Jul. 1846 in England ein Patent für sein Verfahren, Formen oder Matrizen zur Verfertigung der Zierrathen aus Steinpappe darzustellen; er benutzt zu solchen eine Composition aus Gerbestoff-Leim, Schwefelbalsam, Weihrauch und Gutta-percha. Die beiden Gummiarten werden vor der Anwendung in venetianischem Terpenthin oder einem sonstigen Lösungsmittel aufgelöst. Um den |314| Gerbestoff-Leim zu bereiten, vermischt er zwei Flüssigkeiten, wovon die eine 36 Th. Gerbestoff, die andere 64 Theile Leim enthält. Unter Schwefelbalsam versteht er eine in der Wärme bereitete Auflösung von 2 Th. Schwefelblumen in 8 Th. Leinöl. Seine verschiedenen Mischungen bereitet Bielefeld mittelst der Wärme oder in einer durch Dampf erwärmten Reibmaschine. Er gibt folgende Mischungen an: 9 Theile Gerbestoff-Leim, 18 Th. venetianischer Terpenthin und 4 bis 5 Th. Gutta-percha, Weihrauch und Schwefelbalsam in verschiedenen Verhältnissen.

Sollen Matrizen hergestellt werden, welche einen beträchtlichen Druck auszuhalten vermögen, so versetzt er die Composition mit feiner Eisenfeile, Mennig, Bleiweiß, Eisenoxyd oder anderen Metalloxyden. Diese verschiedenen Compositionen werden heiß gegossen; man kann sie auch als plastische Materialien verwenden und in diesem Falle ertheilt man ihnen dadurch eine größere Zähigkeit, daß man ihnen zerschnittene Lumpen oder überhaupt eine faserige Substanz beimengt.

Um Zierrathen aus Steinpappe für die Architektur herzustellen, pflegt man Reliefs dadurch zu erzeugen, daß man auf hölzerne Zierrathen nach und nach mehrere Schichten einer Mischung von Kreide und Leim aufträgt und dann die erhaltene Fläche polirt. Bei diesem Verfahren muß aber das geschnitzte Holz schon alle die feinen Details besitzen, welche man zu erhalten wünscht. Diese kostspielige Handarbeit macht B. dadurch entbehrlich, daß er zwischen das bearbeitete Holz und ein Metallblatt die Composition gießt, welcher er ein wenig Melasse zugesetzt hat; er regulirt die Dicke der aufzutragenden Composition durch die Entfernung der Oberflächen und vollendet die Arbeit, indem er den Gegenstand heiß in die auf oben beschriebene Weise verfertigten Matrizen preßt. (Repertory of Patent-Inventions, März 1847.)

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