Titel: Zur Theorie der galvanischen Vergoldung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 7 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi04_7

Zur Theorie der galvanischen Vergoldung.

Die HHrn. Barral, Chevallier und Henry hatten in einem der französischen Akademie der Wissenschaften eingereichten Bericht über die neuen Vergoldungsmethoden folgendes Princip aufgestellt:

„Damit die Operation gelingt, muß die Vergoldungsflüssigkeit alkalisch seyn oder wenigstens eine alkalische Basis enthalten. Daraus geht hervor, daß man mit einer alkalischen Goldauflösung sehr gut vergoldet; daß man mit einer Flüssigkeit welche ein Alkali und Säuren enthält, noch vergolden kann; endlich daß in einer ausschließlich aus Säuren zusammengesetzten Flüssigkeit die Vergoldung unmöglich ist.“

Hr. v. Ruolz glaubte durch folgenden Versuch schlagend zu beweisen, daß diese Theorie eine ganz irrige ist: „Wenn man Goldchlorid in Wasser auflöst und Silber- oder Kupferbleche hineintaucht, so werden diese Metalle sogleich angegriffen, geschwärzt und überziehen sich mit einer Schicht metallischen Golds, welches braun, pulverförmig ist und nicht adhärirt. Versetzt man aber die Flüssigkeit mit soviel Blausäure als dem 2 1/2 fachen Gewicht des Goldchlorids entspricht (28 Aequiv. Blausäure auf 1 Aequiv. Goldchlorid), so sieht man daß in spätestens einer halben Stunde bei gewöhnlicher Temperatur die Flüssigkeit sich vollständig entfärbt, ohne daß sich irgend ein Gas entwickelt oder ein Niederschlag bildet. Taucht man nun Kupfer- oder Silberbleche in die Flüssigkeit, so sieht man daß diese Metalle über eine Stunde lang die Reinheit und den Metallglanz ihrer Oberfläche beibehalten. Der Zusatz von Blausäure hat folglich dem Goldchlorid seine Eigenschaft benommen das Silber |316| und Kupfer anzugreifen. In diesem Zustande läßt sich mit der Flüssigkeit nicht durch Eintauchen vergolden; wenn man aber mit den gebräuchlichen Vorsichtsmaßregeln einen galvanischen Strom herstellt, so überziehen sich das Silber und Kupfer mit einer Goldschicht welche Metallglanz und die vollkommenste Adhärenz besitzt. Artikel aus Silber und Bronze wurden in einer Flüssigkeit, welche aus 100 Theilen Wasser, 1 Theil Goldchlorid und 2 1/2 Theilen wasserfreier Blausäure bestand, auf das vollkommenste vergoldet.“

Dagegen bemerkt Hr. Barral: „Unsere Schlußfolgerung in dem erwähnten Bericht bezieht sich auf die Vergoldung durch Eintauchen, während Hr. v. Ruolz sie auch auf die galvanische Vergoldung ausdehnt; daß derselbe durch Eintauchen in sauren Flüssigkeiten nicht zu vergolden vermochte, bestätigt nur unsere Ansicht. – Hinsichtlich der galvanischen Vergoldung haben wir gesagt, daß weil der elektrische Strom die Auflösungen der Metallsalze immer zersetzt, die Gegenwart eines Alkali in der goldhaltigen Flüssigkeit zum Vergolden nicht absolut nöthig ist, daß sie jedoch in gewissem Grade nützlich ist um gute Resultate zu erzielen. Dieß bestätigen auch die Versuche von Ruolz, weil sich Ammoniak bei der Einwirkung der Blausäure auf das Goldchlorid bildet.“ (Comptes rendus, Oct. 1847, Nr. 16.)

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