Titel: Ueber freiwillige Reproduction von Bildern auf Porzellan, von Prof. Zantedeschi.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 8 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi04_8

Ueber freiwillige Reproduction von Bildern auf Porzellan, von Prof. Zantedeschi.

Mehrere Scheiben schwach gebrannten (verglühten) Porzellans wurden nur auf einer Seite mit Kobaltoxyd bemalt und dann auf beiden Seiten mit einer gewöhnlichen Porzellanglasur überzogen; hierauf ordnete man sie in einem Kapselstoße im Ofen so an, daß die bemalte Seite jeder Scheibe sich der weißen Seite der folgenden Scheibe gegenüber befand, in Zwischenräumen von 2–10 Millimeter. Als dieses Porzellan nach dem Brennen aus dem Ofen genommen wurde, fand man 1) daß auf den früher weißen Seiten sich ein blaues Bild erzeugt hatte, welches die auf der gegenüber befindlichen Seite gewesene Zeichnung darbot; 2) daß dasselbe mehr oder weniger kräftig und vollendet war, je nachdem der Abstand der Scheiben im Ofen mehr oder weniger groß war. Dieses Bild wird offenbar durch eine Verflüchtigung der Molecüle des Kobaltoxyds erzeugt, welches nicht nur durch die Glasurschicht, unter der sich das Bild befand und durch den Zwischenraum der einzelnen Scheiben gedrungen war, sondern dem Augenschein nach zu schließen, auch durch die Glasurschicht, welche die weiße Seite der benachbarten Scheibe bedeckte, bis auf den undurchsichtigen Grund des Porzellans, wo es sich absetzte. Derselbe Versuch, mit Eisenoxyd wiederholt, fiel eben so aus, nur war dabei ein etwas höherer Hitzgrad erforderlich. – Hr. Porro findet in dieser Erscheinung eine Aehnlichkeit mit den bekannten Moser'schen Bildern. (Comptes rendus, Nov. 1847, Nr. 21.)

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