Titel: Ueber Manometer mit comprimirter Luft für Dampfkessel, von Galy-Cazalat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 1 (S. 392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi05_1

Ueber Manometer mit comprimirter Luft für Dampfkessel, von Galy-Cazalat.

Eine königliche Ordonnanz vom 22. Mai 1840 hat (in Frankreich) die Anwendung der Manometer mit comprimirter Luft mit Recht untersagt; dessenungeachtet erlaubt eine neuere Ministerial-Instruction die Anwendung dieser Manometer bei den Kesseln der Locomotiven. Hr. Galy-Cazalat beweist nun, daß die Manometer mit comprimirter Luft, welche unbequem, ungenau und gefährlich bei fixen Dampfkesseln sind, bei ihrer Anwendung an Locomotiven noch gefährlicher und viel unbequemer sind. Er erinnert an die Hauptübelstände dieser Manometer und vergleicht dann ihren nachtheiligen Einfluß bei den fixen Dampfmaschinen und den Locomotiven.

1) Der erste Uebelstand wird durch die Verdichtung des Dampfs im Kessel verursacht; in Folge derselben treibt die in der Manometerröhre eingeschlossene Luft das Quecksilber aus seinem Behälter und entweicht dann selbst nach Außen.

Bei den fixen Maschinen kommt es selten vor, daß das Quecksilber in den Kessel gezogen wird, weil die Röhren, welche den Dampf empfangen, groß und lang genug sind, daß das Quecksilber darin zurückbleiben kann. Dieselben Röhren sind aber bei den Locomotiven sehr eng und überdieß kurz, daher das Quecksilber aus seinem Behälter in den Kessel geschleudert wird, ein um so größerer Uebelstand, weil die Wände des Feuerkastens von Kupfer sind, welches durch das Quecksilber angegriffen werden kann.

2) Bei den fixen Maschinen zerbricht die Glasröhre selten. Viel häufiger geschieht dieß bei den Locomotiven, in welchem Falle der Manometer zu nichts mehr taugt, während man, wenn das Glas bei einem offenen Manometer zerbricht, dasselbe durch ein anderes ersetzen kann ohne an der Scala etwas zu ändern.

3) Die Glasröhre braucht nicht einmal zu zerbrechen, damit der Apparat unbrauchbar wird. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Röhre in sehr kurzer Zeit undurchsichtig wird, wo sie dann ihrem Zweck nicht mehr entspricht.

4) Der Dampf, welcher die Schmiere mitzieht, reißt auch Wasser mit sich, welches endlich die ganze Quecksilbermasse befeuchtet.

5) Dazu kommen noch die Irrthümer in Folge der Veränderungen des Thermometer- und Barometerstandes.

Aus allen diesen Gründen sollten die Manometer mit comprimirter Luft für die Dampfkessel verboten werden. (Bulletin de la Société d'Encouragement, Oct. 1847.)

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