Titel: Ericsson's Verbesserungen an Dampfschiffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 1 (S. 461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi06_1

Ericsson's Verbesserungen an Dampfschiffen.

Der Capitän Ericsson, von der amerikanischen Marine, hat eine Verbesserung an den Schiffsdampfmaschinen gemacht, worüber die Washington Union den Bericht einer vom Schatzsecretär eingesetzten technischen Commission veröffentlicht. Die neue Erfindung, welche Ersparniß an Raum und Brennmaterial bezweckt, besteht in zwei Apparaten von geringem Umfange für die Dampfmaschinen mit niederem Druck, einem „Eraporator“ und „Condensator“, um den gebrauchten Dampf alsbald in Wasser zu verwandeln, welches in den Kessel zurückgelangt, worin es neuerdings verdampft und so fort. Da immer etwas Dampf durch undichte Fugen etc. verloren geht, so schöpft der Evaporator solches aus dem Elemente worin das Schiff schwimmt, und den von ihm erzeugten Dampfvorrath verwandelt der Condensator sogleich in süßes Wasser. Dieses System gewährt nach dem Gutachten der Commission folgende Vortheile:

1) ein Seedampfboot, welches bei der Abfahrt seine Kessel mit süßem Wasser gespeist hat, braucht nie Salzwasser in dieselben aufzunehmen;

2) es braucht keine Bottiche mit frischem Wasser mitzuführen, da es sich immer aus der See versorgen kann und gewinnt dadurch Platz für Brennmaterial;

3) außer dem für die Maschine und die Küche erforderlichen süßen Wasser kann man davon noch genug erzeugen, um jedem Mann an Bord täglich ein Bad zu verschaffen;

4) man braucht nie das Feuer auszulöschen, um die Kessel von Salz und Schlamm zu reinigen, wovon sie frei bleiben; dadurch wird an Brennmaterial erspart;

5) der Kessel erheischt wenig Beaufsichtigung, da die Dampfmaschine, wenn sie einmal in Ordnung ist, alles selbst besorgt und stets den gleichen Wasserstand unterhält;

6) die Kessel bleiben viel länger in brauchbarem Zustande als gegenwärtig, weil keine fremdartige und schädliche Substanz in dieselben gelangen kann;

7) man wird wenigstens ein Fünftel an Brennmaterial ersparen, weil die Hitze auf die von Salz- und Schlammkrusten freien Kesselplatten und Röhren wirkt und das aus dem Condensator in den Kessel gelangende Wasser schon sehr heiß ist;

8) es lassen sich auch in schlammigen Strömen, wie auf dem Missisippi und Missuri statt der jetzt gebräuchlichen und so leicht explodirenden Hochdruckmaschinen in Zukunft Niederdruckmaschinen anwenden, weil das schlammige Wasser für die Maschine vorher verdampft und wieder verdichtet wird, folglich krystallhell in den Kessel kommt;

9) das Oel, womit die Kolben geschmiert werden, und der Rost, können anfangs dem Dampf und dem Wasser einen schlechten Geschmack mittheilen; man braucht aber letzteres nur zu filtriren, damit es ganz rein wird. (Moniteur industriel, 1848 Nr. 1217.)

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