Titel: Ueber Beschützung des Schiffbauholzes vor dem Bohrwurm; von A. de Quatrefages.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 107/Miszelle 6 (S. 465–466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj107/mi107mi06_6

Ueber Beschützung des Schiffbauholzes vor dem Bohrwurm; von A. de Quatrefages.

Der Bohrwurm (Pfahlwurm, Schiffbohrer), ein von den Colonien bei uns eingeführtes Weichthier, richtet jetzt an den europäischen Küsten auf den Werften, wo |466| die Holzvorräthe zum Schiffbau unter Wasser aufbewahrt werden, große Verheerungen an. Um diese Würmer zu vertilgen, versuchte ich, ob sich eine Beobachtung, welche ich an den Spermatozoiden anderer Weichthiere machte, nicht auch auf sie anwenden lasse. Durch gewisse, dem Meerwasser in sehr geringer Menge zugesetzte Substanzen nämlich, z.B. salpetersaures oder schwefelsaures Kupfer, essigsaures Blei, Quecksilbersublimat etc., wird diesen Thierchen alle Bewegung und dem Samen alle befruchtende Kraft benommen. Da nun bei dem Schiffbohrer die Geschlechter wie bei den andern ebenfalls getrennt sind, und bei aller Aehnlichkeit der Geschlechtsorgane doch nie Eier und Spermatozoiden in einem beisammen angetroffen werden, so müßte um diese Würmer zu vertilgen, das Bauholz statt im freien Wasser, in besondern Bassins aufbewahrt werden, in welchen während der ganzen Legezeit eine der genannten Substanzen oder eine gleich wirksame in gehöriger Menge zugesetzt würde. Auf die Larven und ausgebildeten Individuen wirken diese Gifte nicht so sicher ein, wie auf die befruchtende Flüssigkeit. Nach meinen Versuchen würde 1 Pfd. Quecksilbersublimat zum Tödten aller in 20,000 Kubikmeter Seewasser enthaltenen Spermatozoiden des Schiffbohrers hinreichen; da aber der Sublimat sich gerne mit den organischen Substanzen verbindet, so dürfte es rathsam seyn ein größeres Quantum von diesem Salze anzuwenden. Ueber die Wahl des Metallsalzes und die zweckmäßigste Art seiner Anwendung sind noch weitere Versuche im Großen anzustellen. (Comptes rendus, Januar 1848, Nr. 3.)

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