Titel: Rennebarth's Kaffeemühle.
Autor: Schneitler, C. F.
Fundstelle: 1848, Band 108, Nr. XC. (S. 436–437)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/ar108090

XC. Beschreibung einer vom Schlossermeister L. A. Rennebarth in Berlin construirten Kaffeemühle; mitgetheilt von C. Schneitler.

Mit einer Abbildung auf Tab. VII.

Die von den Kaufleuten benutzten größern Kaffeemühlen sind meist sehr unvollkommen und wandelbar; sie erfüllen ihren Zweck, in kurzer Zeit größere Quantitäten Kaffee fein zu zermahlen, nur unvollständig. Hr. Rennebarth hier hat eine größere Kaffeemühle construirt, welche diese Bedingungen vollständig erfüllt und welche sich bereits durch eine Reihe von Jahren bewährt hat. Der bescheidene Sinn dieses intelligenten Mannes hat bisher ihn nicht an eine Veröffentlichung dieser Construction denken lassen, weil er den Vorwurf, „als gäbe er auf Kleinigkeit Etwas,“ fürchtet. Es erschien mir jedoch keineswegs überflüssig, diese Mittheilung zu machen, zumal es mir bekannt ist, wie die unten angegebene Construction sich praktisch bewährt hat, da eine täglich im Gebrauch befindliche Mühle acht Jahre keiner Reparatur bedurfte.

Fig. 17 (Durchschnitt) enthält das Nähere, woraus die Construction genügend hervorgeht.

A ist der Trichter zur Aufnahme der Bohnen, von Messingblech und in Form einer Vase.

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a ein Steg, welcher durch die mit Muttern versehenen Schrauben b, b festgehalten wird.

B der s. g. Stein, ein abgestumpfter Kegel von Eisen, mit den angedeuteten schraubenartigen Einschnitten versehen. Der Stein geht im Stege a.

C der Ring um den Stein, mit Einschnitten, welche denen des Steins entgegengesetzt laufen.

D gezahnte Kegelräder.

E Welle in einem Stege gehend und mit Stellplatte versehen.

F Welle mit einfachem Stege und Schraubenmutter.

G herausgehende Welle, in einer Büchse laufend.

H Kurbel.

I Kaffeekasten von Blech, welcher um 1/4'' in das Gehäuse des Ganzen eintritt, um das Zwischenfallen des Kaffeemehles zu verhüten.

Das Ganze ist in einem eleganten Gehäuse von polirtem Eichenholz und gereicht so zur Zierde eines jeden Ladens.

Hr. Rennebarth (Linienstraße Nr. 115 in Berlin) liefert die Kaffeemühle für 23 Thlr. frei von hier, ein Preis, der etwas hoch erscheint, in Anbetracht der Dauerhaftigkeit und ebenso eleganten wie zweckmäßigen Einrichtung seiner Mühlen jedoch ein mäßiger ist.

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