Titel: Ueber das Verfahren Kupferstiche auf Holz zu übertragen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 3 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi01_3

Ueber das Verfahren Kupferstiche auf Holz zu übertragen.

Man zieht bisweilen Kupferstiche auf Holz ab, d.h. man überträgt die Druckfarbe von dem Papier auf das Holz, entfernt alsdann das Papier, und überzieht es mit einem durchsichtigen Lack. Dieß wird nach Dr. Varrentrapp auf folgende Art bewirkt: das helle, geglättete und wohlgeschliffene Holz wird dreimal mit einem Firniß, der aus 2 Loth Sandarak in 6 Loth Alkohol, und 1 Loth Schellack ebenfalls in 6 Loth Alkohol gelöst, besteht, überdieß mit Thierkohle gebleicht und mit 1/2 Loth venezianischem Terpenthin versetzt ist, überzogen. Unterdeß legt man den Kupferstich in Wasser, dem man etwas Kochsalz zusetzen kann. Sobald der dritte Firnißüberzug recht trocken ist, legt man den Kupferstich glatt zwischen weißes Fließpapier, um dadurch alle überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen, richtet ein Brett glatt zu von der Größe des Kupferstichs, und erwärmt dieses recht gleichmäßig über Kohlen, streicht alsdann den Firnißüberzug noch einmal mit demselben Lackfirniß über, legt sogleich den noch feuchten Kupferstich auf, breitet einen Flanell glatt darüber, legt das erwärmte Brett darauf und drückt es durch mehrere Schraubenzwingen an; nach drei Stunden löst man es, und legt nun nasse Flanelllappen auf das Papier; nach einiger Zeit läßt sich dieß in großen Stücken herunterziehen, das noch haftende Papier wird wieder angefeuchtet, abgetrocknet, mit einem feinen wollenen Läppchen abgerieben; was noch sitzen bleibt, wird mit etwas Leinöl und einem feinen leinenen Läppchen oder mit den weichen Fingern abgerieben, und nachdem alles Oel sorgfältig entfernt ist, ein farbloser Firniß von Copal oder Sandarak darauf gesetzt. (Mitth. des Gewerbver. für Braunschweig. 1847. S. 203.)

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