Titel: Ueber eine neue Anwendung des Fuchs'schen Wasserglases zum Festmachen von organischen Ueberresten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 6 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi01_6

Ueber eine neue Anwendung des Fuchs'schen Wasserglases zum Festmachen von organischen Ueberresten.

Muschelschalen, Knochen u. dgl., wenn sie in gewissen Gebirgsschichten begraben waren, und dann längere Zeit hindurch der Einwirkung der Atmosphärilien ausgesetzt sind, verlieren bekanntlich alle Consistenz, und gehen zuletzt in einen weichen pulverigen Zustand über. Noch in den naturhistorischen Sammlungen zerfallen dann häufig die ausgezeichnetsten Exemplare, selbst wenn es gelingt sie mit großer Behutsamkeit an den Fundorten unverletzt zu erhalten. Auf Bergrath Haidinger's Vorschlag versuchte nun Hr. v. Hauer durch Tränkung mit Wasserglas diesem Uebelstande vorzubeugen. Diese Substanz, welche gegenwärtig in Weißgrün in Böhmen fabrikmäßig erzeugt und in Wien in Batka's Waarenlager (Engel-Apotheke am Hof) käuflich zu haben ist, wurde mit gleichen Theilen warmen Wassers verdünnt, und auf die zu erhaltenden Gegenstände mittelst eines Pinsels behutsam ausgestrichen. Die poröse Kalkmasse saugt die Flüssigkeit leicht ein, und ist has Ganze getrocknet, so werden die so behandelten organischen Reste so fest, daß ein weiteres leichtes Zerbrechen nicht mehr zu befürchten steht. Die große Festigkeit welche sie dabei erlangen, erklärt sich vorzüglich durch die Bildung wirklicher Doppelsalze von kieselsaurem Kali mit kieselsaurer Kalkerde, welche hier, so wie bei der Anwendung von hydraulischen Mörteln stattfindet. (Böttger's polytechn. Notizblatt, 1848 Nr. 2.)

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