Titel: Einfaches Entfuselungsverfahren des Branntweins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 8 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi01_8

Einfaches Entfuselungsverfahren des Branntweins.

Man nehme ein aufrechtstehendes Oxhoftfaß, lege inwendig 3 Zoll vom Boden einen Siebboden und versehe das Faß mit einem Abzapfhahn und am oberen Ende mit einer Einfüllöffnung. Das so eingerichtete Faß wird nun zur Hälfte mit gut ausgeglühter Erlen-, Linden- oder Fichtenkohle angefüllt, über diese 10 Pfd. Knochenkohle und 5 Pfd. pulverisirter Braunstein gestreut und dann noch so viel Holzkohle zugebracht, als das Gefäß faßt. In das Faß füllt man nachher Branntwein, den man nach dreitägigem Stehen wieder abzapft; ist derselbe trübe, so muß er noch destillirt werden, ist er dagegen hell, so kann die Destillation unterbleiben. Der abgelaufene Branntwein ist so rein, daß er ohne weitere Rectification zur Liqueurbereitung verwendet werden kann.

Man kann mit einem solchen Fasse 12–15 Monate arbeiten, ehe es seine Wirksamkeit verliert; ist dieser Zeitpunkt eingetreten, so zieht man den in den Kohlen zurückgebliebenen Branntwein durch mehrmalige Aufgüsse von Wasser heraus, trocknet die Kohlen an der Luft und glüht dieselben aufs neue, worauf sie wieder zu einer frischen Füllung brauchbar sind. Die Kohlen werden bis zur Weißglühhitze gebrannt und hierauf in einem Dämpfer zum Erlöschen gebracht. Bei Anwendung derselben zerstampfe man sie zu Stücken von der Größe einer Haselnuß. (Mittheil. des Gewerbvereins für das Königr. Hannover. Lief. 53 und 54.)

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