Titel: Verfahren die Knochenasche der Kapellen, auf welchen Silber abgetrieben wurde, wieder brauchbar zu machen; von Johnson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 3 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi02_3

Verfahren die Knochenasche der Kapellen, auf welchen Silber abgetrieben wurde, wieder brauchbar zu machen; von Johnson.

Der phosphorsaure Kalk oder die Knochenasche, woraus die Kapellen bestehen, sättigt sich beim Abtreiben von Silber mit Bleioxyd und etwas Silber; das gewöhnliche Verfahren die beiden letzteren auszuziehen, besteht darin, die gebrauchte Kapelle in den Probirofen zurückzubringen; dadurch wird alle gesättigte Knochenasche zerstört, indem Blei und Silber mit der Phosphorsäure der Knochenasche verbunden abziehen und verloren gehen. Um nun weder Knochenasche, noch Blei oder Silber zu verlieren, wendet A. H. Johnson, Probirer in London, folgendes Verfahren an (welches er sich am 23. Sept. 1847 Patentiren ließ): die gebrauchte Kapelle wird zu feinem Pulver zerstoßen und dasselbe mit soviel Holzsäure oder Essigsäure (von 1,030 bis 1,048 spec. Gew., je nach dem Glättegehalt der Kapelle) versetzt, daß eine Mischung von dünner Consistenz entsteht; diese Mischung wird im Verlauf zweier Tage öfters umgerührt, wo sodann alles Bleioxyd aufgelöst ist; man filtrirt hierauf durch Tuch oder Flannel, wascht das Filter mit Wasser aus, preßt und trocknet dann die zurückgebliebene Knochenasche.

Nach dieser Operation enthält die Knochenasche noch das Silber nebst ein wenig Blei; dieses Blei beträgt zwar nicht so viel, daß es das Absorptionsvermögen der Knochenasche wesentlich beeinträchtigt und dieselbe kann daher ohne Bedenken wieder benutzt werden, vorausgesetzt daß die Bleiauflösung gehörig ausgewaschen wurde; wünscht man aber das Blei von der Knochenerde vollkommener abzutrennen, so muß man die aus dem Filter genommene Knochenasche vor dem Auswaschen und Auspressen noch einmal mit Essigsäure behandeln und darin durch Umrühren gut zertheilen.

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Die gesammelten Bleiauflösungen kann man abdampfen, um Bleizucker zu erhalten. (London Journal of arts, April 1848, S. 196.)

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