Titel: Redwood's und Soubeiran's Tinten zum Zeichnen der Wäsche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 4 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi02_4

Redwood's und Soubeiran's Tinten zum Zeichnen der Wäsche.

Die Anwendung einer unzerstörbaren Tinte zum Zeichnen der Wäsche verbreitet sich immer mehr. Die gewöhnlich gebräuchliche besteht:

1) in einer Auflösung von salpetersaurem Silber in destillirtem Wasser, mit Gummi verdickt und verschieden gefärbt; mit dieser Flüssigkeit werden die Schriftzüge gemacht;

2) in einer Auflösung von kohlensaurem Natron, Beize genannt, womit man die Stellen der Wäsche tränkt, auf welche geschrieben werden soll.

Man suchte auch die bei dieser Methode erforderliche Anwendung zweier Flüssigkeiten, welche die Operation langwierig macht, zu beseitigen und eine Flüssigkeit herzustellen, welche wie gewöhnliche Tinte für sich allein angewandt werden kann, ohne vorhergegangenes Beizen des Gewebes.

Damit eine derartige Tinte ein genügendes Resultat geben kann, muß sie folgenden Bedingungen entsprechen:

1) sie muß leicht aus der Feder fließen, ohne jedoch zu leicht daraus zu entweichen und ohne sogenannte Kleckse zu machen;

2) sie darf das Gewebe, auf welches man sie aufträgt, nicht zerstören;

3) das Zeichen muß, nachdem es dem Licht oder der Wärme ausgesetzt worden ist, recht schwarz seyn und die Striche vollkommen rein.

Redwood's Tinte. Folgendes Präparat soll nach der Behauptung des Erfinders allen diesen Bedingungen entsprechen. Man nimmt:

salpetersaures Silber 31 Gramme
kohlensaures Natron 50 „
Weinsteinsäure 11 „
Ammoniakflüssigkeit hinreichende Menge
Sauerampfer 15 Gramme
weißen Zucker 16 „
gepulvertes arabisches Gummi 50 „
destillirtes Wasser hinreichende Menge.

Das salpetersaure Silber und das kohlensaure Natron werden, jedes besonders, in einer gewissen Menge destillirten Wassers aufgelöst. Man vermischt die beiden Auflösungen, sammelt den entstandenen Niederschlag auf einem Filter und wascht ihn aus. Der gut ausgewaschene und noch feuchte Niederschlag wird in einer Reibschale von Glas oder Porzellan mit der Weinsteinsäure vermengt und zerrieben, bis das Aufbrausen aufgehört hat. Man setzt dann soviel Ammoniak zu, daß sich alles entstandene weinsteinsaure Silber auflösen kann, hierauf den Sauerampfer, den Zucker und das gepulverte Gummi; endlich noch so viel destillirtes Wasser, daß das Ganze 200 Gramme wiegt.

Wie man sieht, besteht der Hauptunterschied zwischen dieser Composition und den jetzt gebräuchlichen in der Anwendung von weinsteinsaurem Silber statt salpetersauren Silbers.

Soubeiran's Tinte. Folgende einfache Vorschrift dürfte der vorhergehenden nicht nachstehen. Man nimmt:

krystallisirtes salpetersaures Silber 8 Theile
krystallisirtes salpetersaures Kupfer 3 „
kohlensaures Natron 4 „
flüssiges Ammoniak 100 „

löst auf und bewährt die Flüssigkeit in einer gut verschlossenen Glasflasche auf.

Diese Composition muß gut seyn und es war ein glücklicher Gedanke ein Kupfersalz anstatt einer organischen Substanz zum Färben der Flüssigkeit anzuwenden; es dürfte jedoch nöthig seyn, die Composition mit etwas Gummi zu verdicken, um sie |158| mittelst einer Feder als Merktinte für Wäsche anwenden zu können. Journal de Pharmacie, Febr. 1848, S. 118.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: