Titel: Einfacher Apparat zur Bereitung des Chloroforms im Kleinen; von Godefrin, Apotheker in Lille.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 5 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi02_5

Einfacher Apparat zur Bereitung des Chloroforms im Kleinen; von Godefrin, Apotheker in Lille.

Es ist gewiß wünschenswerth, einen einfachen und wenig kostspieligen Apparat zu besitzen, womit man nicht unbedeutende Quantitäten von Chloroform nach Soubeiran's Methode bereiten kann, es handelt sich hiebe: darum, Gefäße anzuwenden, welche wenig zerbrechlich sind, aber einen großen Hohlraum haben, weil man mit einer sehr verdünnten Auflösung operirt. Wir haben zwar in unseren Laboratorien große Glasretorten und kupferne Destillirblasen, aber weder die einen, noch die anderen entsprechen dem Zweck: da letztere innen verzinnt sind, so werden sie durch das Chlor angegriffen, welches den späteren Destillationsproducten seinen Geruch mittheilt; die Glasretorten hingegen sind sehr zerbrechlich und meistens nicht groß genug.

Ich glaube folgenden Apparat empfehlen zu können. In ein zum Kochen erhitztes Wasserbad (ich bediene mich dazu eines kupfernen Kessels) stelle ich einen Ballon aus Steinzeug (wie man sie in Frankreich zum Versenden der Schwefelsaure hat), in denselben bringe ich 30 Liter Wasser von etwa 48° R, nebst 5 Kil. trockenem und starkem Chlorkalk; diese Mischung schüttle ich und gieße sogleich 1 Liter Alkohol von 86° Tralles hinzu; ohne Zeit zu verlieren, bringe ich am Hals des Ballons eine gekrümmte Glasröhre von 1 bis 1 1/2 Zoll Durchmesser an, die in einen Vorstoß mündet, welcher mit einem als Vorlage dienenden Ballon verbunden ist. Die Tubulirung des letztern nimmt eine in zwei rechten Winkeln gebogene Glasröhre auf, welche in eine mit Eis umgebene Flasche taucht. Nachdem die Korke mit Leinsamenmehl gut lutirt worden sind, unterhalte ich das Wasserbad etwa eine Stunde lang im Kochen. Das Chloroform fängt dann an zu destilliren und die Operation (während welcher das Wasserbad im Kochen erhalten werden muß) ist erst beendigt, wenn sich die Dämpfe in der Röhre und dem Vorstoß nicht mehr zu öligen Tröpfchen verdichten.

Das Wasserbad gewährt den Vortheil, daß die Destillation des Chloroforms vor sich geht ohne daß Wasser verdampft, welches immer eine gewisse Menge dieses Products auflöst, die rein verloren ist.

Wenn man die Operation gehörig leitet, erhält man in der Vorlage und der Flasche ungefähr 250 Gramme Chloroform, welche man nur nach Soubeiran's Vorschrift zuerst mit sehr wenig Wasser und dann mit einer schwachen Auflösung von kohlensaurem Natron zu waschen, endlich über geschmolzenen salzsauren Kalk zu destilliren braucht. (Journal de Pharmacie, Febr. 1848, S. 101.)

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