Titel: Ueber den Einfluß der Temperatur und des Klima's auf den flüssigen und festen Zustand der Fette und Oele.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 7 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi02_7
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Ueber den Einfluß der Temperatur und des Klima's auf den flüssigen und festen Zustand der Fette und Oele.

Die relativen Mengen von Elain und Stearin, welche die Fette oder Oele enthalten, hangen von der Temperatur ihrer Erzeugungsquellen ab; alle Pflanzenöle kalter Länder bestehen hauptsächlich aus Elain, während diejenigen heißer Länder so viel Stearin enthalten, daß sie bei gewöhnlicher Lufttemperatur fest sind. Die Fette aller Thiere in kalten Gegenden enthalten auch sehr viel Elain im Vergleich mit den Thieren tropischer Länder? im entgegengesetzten Falle müßten jene steif werden wie in einem Käfig, die andern aber so weich und schlaff, daß sie ihre Muskelfunctionen nicht mehr verrichten könnten.

Je mehr sich das Fett dem Innern eines thierischen Körpers nähert, desto größer ist sein Gehalt an Stearin und je weiter es sich davon entfernt, desto größer sein Gehalt an Elain. Ueber die Zweckmäßigkeit dieser Anordnung kann kein Zweifel seyn, denn während sie Freiheit der Bewegung, besonders bei kaltem Wetter und in kalten Klimaten gestattet, gewährt das vorwaltende Stearin oder feste Fett im Innern dem Körper eine Stütze und erhält die complicirten und zarten Lebensorgane in gehörigem Zustande. Würde es durch ein wässeriges Fluidum ersetzt, so wäre der Körper, abgesehen von dem vergrößerten Gewicht, allen Veränderungen solcher Flüssigkeiten und deren Folgen ausgesetzt.

Eine andere Thatsache ist nicht weniger merkwürdig: je mehr Stearin nämlich das Fett enthält, desto zarter ist das Zellengewebe, in welches es eingehüllt ist, und je mehr Elain das Fett enthält, desto dicker und fester ist sein Zellengewebe. Charles Watt. (London Journal of arts, März 1848, S. 136.)

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