Titel: Anbau der Oxalis crenata.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 9 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi02_9

Anbau der Oxalis crenata.

Diese Pflanze, der gekerbte Sauerklee, wird von Hrn. de Bellemain, einem französischen Landwirth, wegen ihres mannichfaltigen Nutzens nachdrücklichst empfohlen. Die Wurzelknöllchen derselben geben, in jeder beliebigen Weise gekocht, eine angenehme und nahrhafte Speise. Das Satzmehl daraus kann als Surrogat des Arrowroot dienen. Stengel und Blätter geben ein gutes, den Sauerampfer, Spinat oder |160| Portulak ersetzendes Gemüse. Die großen Stengel können wie Angelica in Zucker eingemacht werden. Stengel und Blätter geben reichlich einen Saft, welcher, nachdem er seine natürliche Gährung bestanden, ein angenehmes, eröffnendes, kühlendes, vorzüglich aber fieberwidriges Getränk liefert, concentrirt den Citronensaft ersetzt und sich jahrelang sehr gut aufbewahren läßt. Die Kohle des Rückstandes kann zum Klaren von Flüssigkeiten und als gutes Zahnpulver dienen. Auch den Werth des Erträgnisses anbelangend, entziffert sich dem Verf. ein großer Vortheil bei Cultur dieses Gewächses dem Weizen gegenüber. Derselbe beträgt bei einer halben Hectare 227 Fr. Noch wohlfeiler kömmt der Anbau der Oxalis zwischen den Reihen von Runkelrüben u. dgl., welche durch Feuchthaltung des Bodens noch besonders günstig wirken. Witterung und Insecten richteten bisher keinen Schaden bei diesem Gewächse an. (Agricultur-praticien, Februar 1848.)

Suche im Journal   → Hilfe
Stichwortwolke
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: