Titel: Elektrische Gewebe; von Meynier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 5 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi03_5

Elektrische Gewebe; von Meynier.

Hr. Meynier, Professor der Chemie an der medicinischen Schule zu Marseille, bereitet nach Schönbein's Verfahren einen idioelektrischen Zeug, welcher wie Schießbaumwolle explodirt und wenn man ihn reibt, reichlich Harzelektricität liefert. Ein Quadrat von 5 bis 6 Centimeter Seite theilt einer metallenen Elektrophor-Scheibe genug Elektricität mit, daß sie einen mehrere Centimeter langen Funken geben kann. Die Aerzte in Marseille sollen diesen Zeug mit gutem Erfolg äußerlich als ein ableitendes Mittel bei Rheumatismen etc. angewandt haben.

Um diesen Zeug zu präpariren, vermischt man 5 Raumtheile concentrirte Schwefelsäure mit 3 Raumtheilen der stärksten Salpetersäure und taucht in die Mischung ein Stück Baumwollen- oder Leinenzeug (auf 1 Gewichtstheil des Gewebes sind 15 Theile der Mischung erforderlich); man läßt ihn eine Stunde lang darin und drückt ihn dann aus, um möglichst viel Säure zu beseitigen; endlich wascht man ihn in gewöhnlichem Wasser aus. Da es aber wichtig ist, daß im gewaschenen Zeug keine Schwefelsäure zurückbleibt, so taucht man ihn noch in eine schwache Auflösung von Ammoniak, welches die im Gewebe zurückgebliebenen beiden Säuren sättigt. Der Zeug wird hierauf neuerdings in gewöhnlichem Wasser ausgewaschen; um das allenfalls zurückgebliebene Ammoniak zu sättigen, hauptsächlich aber um die elektrischen und brennbaren Eigenschaften eines solchen Gewebes zu erhöhen, taucht man es noch in ein Wasser, welches schwach mit einer Salpetersäure angesäuert wurde, die ganz frei von Schwefelsaure ist. (Comptes rendus, Januar 1848 Nr. 2.)

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