Titel: Erkennung der Verfälschung des Hutzuckers mit Stärkezucker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 6 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi04_6

Erkennung der Verfälschung des Hutzuckers mit Stärkezucker.

Hr. Chevallier machte schon früher auf die Verfälschung der Cassonade (des Mehlzuckers) mit Stärkezucker aufmerksam. Derselbe wird, vorzüglich den Chocoladefabrikanten, in großen Mengen geliefert. Später geschah dieser Betrug auch mit dem sogenannten Lumpenzucker und jetzt geschieht er sogar mit dem Weißen Hutzucker. So verfälschter Zucker hat folgende Eigenschaften: der der Luft ausgesetzte Theil desselben wird gelblich und fühlt sich, statt rauh, etwas fettig an; innerlich ist er weiß und sieht aus, als wäre er feucht geworden; will man ihn dann trocknen, so nimmt er einen eigenthümlichen, dem reinen Zucker fremden Geschmack an. Unter den Fingern zerbröckelt er sich und wird etwas teigig. Mit Chlorbaryum reagirt er schwach auf Schwefelsäure. Das schon früher angegebene Erkennungsmittel dieser Verfälschung ist Aetzkali. Man bereitet sich zu diesem Behufe eine Flüssigkeit aus 20 Gram. Wasser, 10 Gram. des fraglichen Zuckers und 5 Decigr. Aetzkali. Wird diese Flüssigkeit in einer Porzellanschale auf freiem Feuer erhitzt, so nimmt sie, wenn der darin enthaltene Zucker Rohrzucker ist, eine grünlichgelbe, besteht er aber aus dem erwähnten Zuckergemenge, eine kaffeebraune Farbe an. Stellt man diese Flüssigkeit in Flaschen in kochendes Wasser, so nimmt sie bei Rohrzucker eine molkenähnliche, gelbe, bei einem Gemenge mit Stärkezucker aber eine braune Farbe an. Dieser Versuch ist leicht auszuführen und kann von Jedermann angestellt werden. (Journal de Chimie médicale, März 1848.)

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