Titel: Luftdichte Getreidespeicher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 10 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi05_10

Luftdichte Getreidespeicher.

Drei Agentien befördern wesentlich die Fäulniß des Getreides: Wärme, Feuchtigkeit und Luft. Ihre Abhaltung beschützt also das Getreide vor dem Verderben, vor Insecten und Ungeziefer und erspart das häufige Umschaufeln desselben. Man kann daher Getreidebehälter unter der Erde eben sowohl erbauen, als über der Erde; in vielen Fällen ist jenes noch besser. Sie können von Gußeisen, wie Gasometer, von Backsteinen und Mörtel, oder Backsteinen mit Asphalt, wie unterirdische Wasserreservoirs, gebaut werden; nur müssen sie luft- und folglich auch wasserdicht seyn. Ein oben angebrachtes Mannloch, welches luftdicht verschlossen werden kann, ist die einzige daran erforderliche Oeffnung. Denken wir uns nun einen großen Cylinder unter der Erde mit kegelförmigem Boden und gewölbter Decke, mit einer Luftpumpe versehen, um die Luft ausziehen zu können, und mit einer Archimedischen Schraube, um das Getreide herauszuschaffen, so haben wir den ganzen Apparat. Wird nasses Getreide aufgespeichert, so kann auch noch eine Wasserpumpe angewandt werden, wie bei lecken Schiffen. Gesetzt nun, es werde eine Ladung Getreide in diesem Reservoir eingeschlossen, welches zum Theil schon keimt, Ratten, Mäuse und den Kornwurm enthält, der Deckel werde darauf gesetzt und verkittet und die Luftpumpe in Gang gesetzt, so würde die Keimung augenblicklich, und die thierischen Functionen ebenfalls aufhören. Ein Vortheil solcher Magazine ist, daß ihr ganzer Inhalt angefüllt werden kann, während man bei den gewöhnlichen nur den vierten Theil desselben mit Getreide anfüllen kann. Viele schon vorhandene Räume können zu solchen Silos benutzt werden, z.B. die Gewölbe unter den Viaducten der Eisenbahnen, sowie die Anlage solcher Magazine an Eisenbahn-Centralstationen überhaupt des Getreideverkehrs wegen zu empfehlen ist. (Civil-Engineers Journal, Febr. 1848.)

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