Titel: Chemische Pfeife zum Signalisiren auf Eisenbahnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 2 (S. 394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi05_2

Chemische Pfeife zum Signalisiren auf Eisenbahnen.

Es ist auf Eisenbahnen durchaus nöthig, daß die Conducteure mit dem Locomotivführer communiciren können; letzterer kann zwar mittelst der Dampfpfeife die Personen welche sich an der Bahn oder auf den Stationen befinden, von seiner Ankunft benachrichtigen und dem Conducteur Zeichen geben; der Conducteur oder Zugführer aber, welcher oben auf einem der letzten Wagen sitzt, wenn er irgend einen Unfall oder ein Hinderniß bemerkt – z.B. daß eine Achse bricht, oder eine von den Ketten, welche die Wagen verbinden, sich losmacht, oder ein Zug mit größerer Geschwindigkeit sich von hinten nähert – hat kein bequemes und dabei sicheres Mittel direct mit dem Locomotivführer zu communiciren.

Ein solches bietet ihm nun der fragliche neue Apparat, in welchem fixe Luft (Kohlensäure) unter Druck entwickelt wird und mit einer Pfeife communicirt. Derselbe ist einfach und besteht aus einem sogenannten Generator, nämlich einer Büchse aus Schmiedeisen oder Kupfer mit zwei Abtheilungen, welche am Boden miteinander communiciren; dieselbe kann unter dem Sitz eines Wagens angebracht werden wie das Felleisen eines Reisenden. In eine ihrer Abtheilungen bringt man Marmorstückchen; eine enge Röhre führt von ihr zum Sitz des Conducteurs oben auf dem Wagen, wo ein Druckvisir und eine Pfeife befestigt sind. In die zweite Abtheilung gießt man verdünnte Salzsäure. Durch die Communication, welche am Boden der Büchse stattfindet, wirkt die Säure auf den Marmor und macht eine Quantität kohlensaures Gas frei, welches in dem Maaße als der Druck sich erhöht, Säure von dem Marmor wegtreibt. Nun hört alle Wirkung (Kohlensäure-Entbindung) auf, bis sich der Druck vermindert hat, indem man die Pfeife in Thätigkeit setzte; alsdann dringt wieder Säure in die Marmorstückchen ein, welche neuerdings verdrängt wird, wenn der gewünschte Druck erreicht ist. Ein solcher Apparat wiegt nur 30 Pfd. Man hört den Ton der Pfeife deutlich in Entfernung einer englischen Meile. (Moniteur industriel, 1848 Nr. 1247.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: