Titel: Die Raymond'sche Blaubeize für Schafwollfärbereien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 6 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi05_6

Die Raymond'sche Blaubeize für Schafwollfärbereien.

Eine von Schafwollfärbereien aus dem Auslande bezogene Blaubeize, welche der Zollbestimmung wegen im ständisch-technischen Institut zu Prag untersucht wurde, erwies sich als das von Raymond in Frankreich zuerst angewendete weinsteinschwefelsaure Eisenoxyd, womit schafwollene Stoffe angesotten, in eisenblausaurem Kali sich schön dunkelblau färben. Hr. Dr. v. Kurrer bringt daher die Bereitung dieses Salzes in der encyklopädischen Zeitschrift, Märzheft 1848, in Erinnerung. Raymond's Abhandlung über das Färben der Wolle mit Berlinerblau und die Bereitung seiner Beize, erschien im Jahr 1829 und wurde damals im polytechn. Journal Bd. XXXI S. 44–66 mitgetheilt, woraus ihr wesentlicher Inhalt in Vitalis Grundriß der Färberei und andere Werke überging.

Um das weinstein-schwefelsaure Eisenoxyd zu bereiten, gibt man in ein großes Gefäß aus Steinzeug oder in eine hölzerne Kufe:

52 Pfund Wasser,

13 Pfund concentrirte Schwefelsäure,

13 Pfund Salpetersäure von 36° B.,

bringt einen Weidenkorb im Gefäß an, so daß er nur einige Zoll in die Flüssigkeit taucht und wirft in diesen allmählich

72 Pfund (kupferfreien) Eisenvitriol.

Es entsteht ein lebhaftes Aufbrausen durch das sich entbindende Salpetergas. Nachdem aller Eisenvitriol eingetragen ist, läßt man durch ein mit einem Dampfkessel verbundenes Rohr Dämpfe in die Flüssigkeit einstreichen. Man setzt das Erwärmen derselben, wobei sie wieder aufbraust, auf diese Art so lange fort, bis sie ins Kochen kommt, und läßt sie einige Augenblicke kochen, damit sie durch die Salpetersäure vollständig oxydirt wird. Jetzt wird der Wasserdampf abgesperrt und in den Weidenkorb ein Gemenge von

20 Pfund Wasser,

13 Pfund concentrirter Schwefelsäure,

30 Pfund rohem Weinstein

gebracht, welches man einige Stunden zuvor zusammengebracht hatte.

Wenn alles in der Flüssigkeit aufgelöst ist, verdünnt man sie mit Wasser auf 36° B., läßt sie sich abklären und bewahrt sie dann in gut verschlossenen Fässern zum Gebrauch auf.

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