Titel: Picquotiane, ein neues nordamerikanisches Nährgewächs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 9 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi05_9

Picquotiane, ein neues nordamerikanisches Nährgewächs.

Diese Pflanze, welche Hr. Lamare-Picquot aus Nordamerika mitbrachte, wo sie für die nomadischen Völkerschaften frisch und getrocknet, roh und gekocht das Hauptnahrungsmittel bildet, gehört der Gattung Psoralea, Familie der Papilionaceen an und ist provisorisch zur Species P. esculenta von Pursch zu ordnen, von welcher sie sich jedoch durch die eigenthümlich aufgeschwollene Gestalt ihres Kelches und die spornförmige Abrundung seiner obern Basis etwas unterscheidet. Die Wurzeln, welche von dieser Pflanze vorkommen, sind in ihrem Aussehen so verschieden, daß sie von mehreren Species herzurühren scheinen; darin jedoch stimmen sie alle überein, daß sie eine dicke Rinde mit concentrisch gelagerten Fasern und innerlich ein in concentrischen Zonen geordnetes weißes Parenchym haben, welches beinahe ganz aus Stärkmehl besteht, das auch die aus Gefäßen bestehende Achse umgibt. Die Pflanze ist ausdauernd und die Zonen (oder Ringe) legen sich jahrweise an. Wenn perennirende Pflanzen überhaupt als Ackergewächse sich nicht empfehlen, so scheint der große Gehalt an Stärkmehl in der letzten wie in der ersten Jahresschicht dieses wieder auszugleichen. Ein schädlicher Bestandtheil ist nicht darin enthalten. Da jede wilde Wurzel wenigstens so viel Stärkmehl enthält als 2–3 gewöhnliche |400| Weizenähren, so ist von der cultivirten noch viel mehr zu erwarten. Hr. Payen fand in der

länglichen birnförmigen
Wurzel.
braune Rinde 28,20 28,25
Zellensubstanz und Holzfaser oder harte Faser 24,59 25,80
gesiebtes nahrhaftes Mehl 47,21 45,95
–––––––––––––––––
100,00 100,00

Dieses Mehl enthält:

stickstoffhaltige Substanz 4,09
mineralische Substanzen 1,61
Stärkmehl, nebst Spuren von Zellensubstanz und Fettsubstanz 81,80
Wasser 12,50
––––––
100,00

Dieses etwas aromatische Mehl, zu einem Drittheil oder zu gleichen Theilen dem Weizenmehl beigemengt, gab ein recht schmackhaftes Brod.

Die Rinde, welche dem Süßholz ähnlich schmeckt, fressen die Pferde gerne; sie braucht zu diesem Behufe nur gehörig zertheilt zu werden.

Das Stärkmehl dieser Wurzel zeichnet sich durch einen concaven Punkt an dem (an einem Ende gelegenen) Nabel aus; um diesen Punkt herum stehen mehrere abgerundete Warzen. (Journal de Pharmacie, April 1848.)

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